Wegberg: Spende der Wegberger Tafel ruft Rechtsextreme auf den Plan

Wegberg : Spende der Wegberger Tafel ruft Rechtsextreme auf den Plan

Eine Spende der Wegberger Tafel in Höhe von tausend Euro für zwei Hilfsprojekte in Afrika rief am Samstag ungebetene Gäste auf den Plan. Rund 25 Rechtsextreme der NPD belagerten das Wohnhaus der Tafelvorsitzenden Gabriela Jansen und schwenkten wortlos ihre Parteifahnen.

Ziel der beim Landrat Stephan Pusch als „Mahnwache” angemeldeten Demonstration war es nach eigener Aussage, gegen die zweckentfremdete Verwendung des Geldes zu demonstrieren. Das Geld stammte aus einer Spende der Kreissparkasse, die jeder der kreisweit aktiven Tafeln 7500 Euro zur Unterstützung ihrer Arbeit hatte zukommen lassen.

Unter den Demonstranten war auch der NPD-Kreistagsabgeordnete Helmut Gudat, der sich für die Veranstaltung anscheinend personelle Unterstützung aus der gesamten Region geholt hatte. Der Stadt Wegberg war die Demonstration der Rechten seit einigen Tagen bekannt.

Trotzdem hatte sich seitens der Verwaltung niemand veranlasst gesehen, Frau Jansen von dem Aufmarsch vor ihrem Wohnhaus in Kenntnis zu setzen. Dass Jansen unvorbereitet mit den rechtsextremen Demonstranten konfrontiert wurde, bezeichnete der Wegberger SPD-Ratsherr Harald Kersten als „typisches Beispiel des Verständnisses demokratischer Spielregeln” der scheidenden Bürgermeisterin Hedwig Klein.

Auch die grüne Ratsfrau Eleonore Zimmermann sprach von einer „Unverschämtheit” gegenüber der Tafelgründerin. Diese ging in die Offensive und lud die ungebetenen Gäste zur Tafel ein, wo sie mit den Tafelbesuchern über die Verwendung des Geldes diskutieren konnten. Nachdem sie dort eine Abfuhr einstecken mussten und kein offenes Ohr für ihr Anliegen fanden, zogen die Rechtesextremen unverrichteter Dinge wieder ab.