Kreis Heinsberg: SPD: „Politisches Herzblut bewiesen“

Kreis Heinsberg : SPD: „Politisches Herzblut bewiesen“

Die SPD-Basis hat für eine große Koalition gestimmt.

„Das Ergebnis ist ein Auftrag an die SPD, jetzt gemeinsam mit CDU/CSU gerechte politische Rahmenbedingungen für ein lebenswertes Leben auszubauen, die Inhalte des Koalitionsvertrages konsequent umzusetzen, aber auch bei neuen Entwicklungen beherzt zu handeln“, kommentiert der SPD-Kreisvorsitzende Norbert Spinrath aus Geilenkirchen das Ergebnis.

Die Zustimmung sei höher als erwartet. „Die Menschen im Kreis Heinsberg werden durch mehr Kindergeld, bei der Pflege, durch eine Grundrente und die wieder paritätisch finanzierte Krankenversicherung Verbesserungen erfahren“, erklärt er. Nicht hinreichend werde die Eindämmung der befristeten Arbeitsverträge leider hier im Kreis wirken. Mit Geld aus Berlin und eigenem engagierten Handeln müsse die Kommunalpolitik dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Gelebte Demokratie

„Nachdem die Berichterstattung über die SPD sehr kritisch gewesen ist, kommen auch die Kritiker meiner Partei wohl kaum an der Tatsache vorbei, Zeitzeugen eines demokratischen Glanzstücks zu sein“, erklärt Alf-Ingo Pickartz, Vorsitzender der Übach-Palenberger SPD. Die mitgliederstärkste Partei Deutschlands habe mit einer internen Wahlbeteiligung von fast 80 Prozent politisches Herzblut bewiesen. Kritiker würden aus diesen spannenden Diskussionen Uneinigkeit herauslesen, in Wahrheit sei es gelebte innerparteiliche Demokratie. Während die Medien den Abgesang der SPD gesungen hätten, gewinne sie alleine Mitglieder in der Gesamtmitgliederstärke von FDP oder AFD hinzu. „Ich bin überzeugt, das alleine hat unsere Partei bereits gestärkt, auch in Übach-Palenberg freuen wir uns über zahlreiche Neumitglieder.“

Auch Dieter Spalink, Ortsvereinsvorsitzender der Erkelenzer SPD, freut sich über das „Lehrbeispiel innerparteilicher Demokratie“, das die SPD abgeliefert hat. „Es gilt von jetzt an, unterschiedliche Meinungen zur Seite zu legen, geschlossen aufzutreten und für die Menschen in Deutschland alle sozialdemokratischen Projekte des Koalitionsvertrages konsequent umzusetzen“, sagt er. Das Ergebnis des Votums bedeute für die SPD auch, dass sie ab jetzt als politisches Korrektiv zum Konservatismus und gleichzeitig als verantwortungsbewusster Regierungspartner handeln und vor allem auch so wahrgenommen werden müsse. Daneben müsse die Erneuerung der Partei in Angriff genommen werden.

Zusammenhalt der Partei wichtig

Mit dem Begriff Erneuerung hat Dr. Hans Josef Voßenkaul, Vorsitzender der SPD Heinsberg, so seine Probleme. „Wir müssen uns nicht unbedingt erneuern, wir müssen uns auf unsere Kernthemen Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität besinnen. Dafür stehen wir.“ Bei der Groko-Entscheidung hätte er mit einer „wesentlich knapperen Kiste“ gerechnet. Sein Kreuz hat er bei Nein gemacht, so wie viele seiner Heinsberger Genossen. Für ihn ist aber klar, dass er das Ergebnis akzeptieren wird.

„Das ist das, was wir als Demokraten tun.“ Miteinander zu reden, zu streiten und um Lösungen zu ringen, sei das, was die SPD als Partei ausmache. Jetzt liegt ihm als Ortsvereinsvorsitzenden „der Zusammenhalt der Partei besonders am Herzen“. Er ist optimistisch, dass sich die SPD nicht an den Differenzen zerreibt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die SPD hat Ja zur Groko gesagt: Das sind die Reaktionen

(st/mib)