Hückelhoven: SPD-Kandidat stellt sich selbst ins Zwielicht

Hückelhoven : SPD-Kandidat stellt sich selbst ins Zwielicht

Kaum ist Clemens Schmidt mit erheblichen Anlaufschwierigkeiten und zur Überraschung der meisten Parteimitglieder zum Kandidaten der SPD für das Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl im Herbst kommenden Jahres gewählt, da steht er auch schon voll im Zwielicht.

Und zieht den Vorstand des SPD-Ortsvereins gleich mit da rein. Seit fünf Jahren nämlich soll Clemens Schmidt keinen Beitrag mehr an die Parteikasse abgeführt haben.

Dies hat, so unsere Information, der ehemalige Kassierer des Ortsvereins, Uwe Quadflieg, dem Vorstand der Partei am Freitag vergangener Woche „gesteckt”. Bei der Klausurtagung der SPD-Fraktion und des Vorstandes, zu der auch der Bürgermeisterkandidat Clemens Schmidt geladen war, wurde das Thema „fehlende Mitgliedsbeiträge des Kandidaten” bereits intern diskutiert, am Montag hatte dann der geschäftsführende Vorstand den Kandidaten zum Gespräch zitiert.

„Fehler sind von beiden Seiten gemacht worden”, räumt OV-Vorsitzender Heinz-Willi Schmitz ein. Und: „Der Kandidat ist gewählt. Schmidt ist im Augenblick noch unser Kandidat”. Das will Clemens Schmidt nach eigenen Angaben auch bleiben: „Ich bin von der Mehrheit der Mitgliederversammlung wegen meines Programms gewählt worden. Ich fühle mich denen, die mich gewählt haben, verpflichtet”, sagt Schmidt. Er hatte 23 Stimmen von 58 anwesenden Parteimitgliedern erhalten. Die SPD zählt in Hückelhoven 350 Mitglieder.

Schmidt hat seine ausstehenden Mitgliedsbeiträge am Dienstagmorgen beim Landesverband nachgezahlt. Wie und warum es zu den Rückständen bei der Beitragszahlung kommen konnte - das weiß weder die eine, noch die andere Seite genau. Fest steht allerdings - und da irrt der ehemalige Kassierer Uwe Quadflieg: Clemens Schmidt war bei seiner Wahl Parteimitglied und ist es noch immer. Ob er als Bürgermeisterkandidat das Vertrauen der Partei besitzt oder je besessen hat - das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Was auch sicher ist: In der kommenden Woche wird Schmidt noch einmal vor der Fraktion und dem Vorstand Rede und Antwort stehen müssen. Ob er danach noch Kandidat ist? Schaun wir mal.