Spaß und Abenteuer, aber auch Gemeinschaft

Spaß und Abenteuer, aber auch Gemeinschaft

Kreis Heinsberg. Jungenfreie Zone in Wegberg: Langweilig, finden die einen. Cool, finden die 75Mädchen, die in der vergangenen Woche am Mädchencamp im Haus St.Georg in Wegberg teilnahmen.

Drogenproblematik, die erste Liebe und Workshops zur Sensibilisierung des eigenen Körpergefühls standen für die Zehn- bis 15-Jährigen auf dem Programm.

„Wir bringen Mädchen aus verschiedenen sozialen Schichten und verschiedenen Nationalitäten zusammen, die sich sonst im Alltag nicht begegnen würden.

So geben wir christliche Werte, wie eine Gemeinschaft ohne Außenseiter zu gestalten, weiter”, berichtete Ingrid Beschorner von der katholischen Regionalstelle in Mönchengladbach und Organisatorin des Camps.

Vor vier Jahren entstand das Mönchengladbacher Mädchencamp aus der Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Zora in Mönchengladbach, die sich zum Ziel gesetzt hat, mädchengerechte Angebote verstärkt in der Jugendarbeit anzubieten.

In Kooperation mit dem Jugendreferat der Katholischen Regionalstelle Mönchengladbach und dem Jugendbüro im Evangelischen Gemeindeverband Mönchengladbach findet das Mädchencamp jedes Jahr abwechselnd in katholischer oder evangelischer Trägerschaft statt.

Ein weiterer Kooperationspartner ist die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), Diözesanverband Aachen, in deren Jugendbildungsstätte das Mädchencamp durchgeführt wurde.

„Mit dem Mädchencamp wollen wir besonders die Mädchen ansprechen, die aus finanziellen Gründen sonst keine Möglichkeit haben, an einer mehrtägigen Fahrt teilzunehmen. Viele ausländische Mädchen dürfen außerdem wegen ihrer religiösen Herkunft auch gar nicht in gemischten Gruppen Urlaub machen”, so Beschorner.

Tanzen wie die Stars

Beaufsichtigt wurden die 75Mädchen von zehn Betreuerinnen. Die Workshops leiteten Freiberufler- oder Ehrenamtlerinnen. Neben dem Kurs „First love”, Prävention von donum vitae und dem Trommelkurs gab es auch „Mac und more” mit mobilem Internetcafé und Digitalkameras sowie einen Cheerleader-Workshop, Suchtprävention der Drogenberatungsstelle, einen Akrobatikkurs, einen Lehrgang „Tanzen wie die Stars” und einen Selbstbehauptungskurs „Böse Mädchen kommen in den Himmel”.

Mit dem Mädchencamp wollen die Organisatorinnen den Mädchen neben Spaß und Abenteuer Gemeinschaft vermitteln, Vorurteile abbauen und die Möglichkeit bieten, die eigenen Fähigkeiten auszuloten und Neues zu lernen. Erst nur im „geschützten Raum”, wie Ingrid Beschorner es formuliert, aber auf Dauer fürs Leben.