Wegberg: Sozialausschuss sucht nach neuer Bleibe für Asylbewerber

Wegberg : Sozialausschuss sucht nach neuer Bleibe für Asylbewerber

Über die Unterbringung von Asylbewerbern wurde auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur, Soziales und Sport diskutiert. Die SPD hatte bereits im Januar ein „zukunftsweisendes Konzept” für eine menschenwürdige und dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern und Obdachlosen in Wegberg gefordert.

Begründet wurde dies unter anderem mit erheblichen baulichen Mängeln und Missständen sowohl in den Obdachlosenunterkünften Klinkumer Hof und Gerichhausen sowie in der ehemaligen Raketenstellung in Arsbeck an der Heider Straße.

„Eine Gettoisierung beziehungsweise Kasernierung fördert weder die Integration noch das soziale Umfeld”, hieß es in dem Antrag der Sozialdemokraten. Deshalb müsse zukünftig eine dezentrale Unterbringung im Vordergrund stehen. Entsprechende Objekte gebe es im Stadtgebiet in ausreichender Zahl.

In ihrer Stellungnahme wies die Verwaltung darauf hin, dass bereits im September im Haupt- und Finanzausschuss beschlossen worden sei, die Obdachlosenunterkünfte in Gerichhausen und am Philosophenweg beizubehalten und die Objekte umfangreich zu sanieren. Die übrigen Standorte sollten aufgegeben werden.

Bei der Unterbringung von Asylbewerbern wurde auf das Asylverfahrengesetz verwiesen, wonach Ausländer, die einen Asylantrag gestellt haben, „in der Regel” in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen seien. Für Asylbewerber, von denen es derzeit 72 im Stadtgebiet gibt, seien drei Unterkünfte in Klinkum, Gerichhausen und Holtum geplant. Diese „dezentralen Gemeinschaftsunterkünfte” seien nach Auffassung der Verwaltung keine Gettos, wie der technische Beigeordnete Rudolf Fabry betonte.

Auch über die Zukunft der ehemaligen Raketenstellung in Arsbeck wurde ausgiebig diskutiert. Den Standort bezeichnete Kersten als „nicht sanierungsbedürftig, sondern menschenunwürdig”. Über die Zukunft der seit 1992 angemieteten Immobile wird derzeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) verhandelt. Im Auftrag der Stadt Wegberg hatte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Heinsberg den Verkehrswert des ehemaligen Militärgeländes mit Null beziffert.

Fabry betonte, dass „intensive Sanierungsarbeitern” in Auftrag gegeben worden seien, um die dortigen Zustände kurzfristig zu beheben. Für Dezember sei darüber hinaus auch eine Begehung des Geländes mit Mitgliedern des Petitionsausschusses geplant. An diesen hatte sich die Tafelvorsitzende Gabriela Jansen gewendet und die vorherrschenden Verhältnisse angeprangert. Mehrheitlich beschloss der Ausschuss, zuerst einmal die Verhandlungen mit der BIMA abzuwarten.