Kreis Düren/Inden: Sonnenstrom für mehr als 400 Haushalte im Kreis Düren

Kreis Düren/Inden : Sonnenstrom für mehr als 400 Haushalte im Kreis Düren

Särge werden in der großen Halle im Gewerbegebiet Pier an der Bundesstraße 56 schon lange nicht mehr produziert. Seit die Retrowerk GmbH um Bernd Pfennings und Detlef Harms das Gebäude der früheren Dürener Sargfabrik gekauft hat, dient die Halle vor allem als Logistikfläche. Künftig soll auch ein Oldtimertreff mit Café und Werkstatt eingerichtet werden. Und seit neuestem beheimatet die Halle eine der größten Photovoltaikanlagen im Kreis Düren.

Die Rurenergie GmbH hat das Dach angemietet und investiert 1,5 Millionen Euro in das Projekt, das im ersten Schritt mit modernsten Solarzellen auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern 200 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen wird, im Endausbau sogar 400.

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Damit unterhält die Rurenergie neben ihren Windparkbeteiligungen bereits 25 Photovoltaikanlagen auf Dächern, „die in einem durchschnittlichen Sommer etwa 1700 Haushalte versorgen können“, wie Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender erklärt.

Und es soll nicht die letzte Anlage dieser Art bleiben. Schon jetzt ist klar, dass die Rurenergie auch den Neubau am Feuerschutztechnischen Zentrum des Kreises Düren mit einer Photovoltaikanlage für den Eigenbedarf der neuen Leitstelle ausstatten wird. „Auch auf dem Dach der dortigen Wagenhalle werden wir bis zum Jahresende noch eine Anlage errichten“, kündigt Geschäftsführer Thomas Zerres Investition von weiteren 400.000 Euro an. Darüber hinaus seien Dachanlagen auch noch im Schulzentrum Athenée Royal des Kreises Düren (Stockheimer Landstraße in Düren) und an der Goltsteinschule in Inden geplant.

Und weil die Sonnenenergie wichtiger Bestandteil der Energiewende in Deutschland sei, sucht die Rurenergie weiter nach Partnern aus Industrie und Mittelstand, die die Dächer ihrer Firmenhallen zur dezentralen Stromerzeugung nutzen wollen. Einzige Voraussetzungen sind eine intakte Dachhaut und die ausreichende Tragfähigkeit der Decke, die aber besonders bei älteren Hallen aufgrund der früher höher berechneten Schneelast gegeben sein sollte, wie Zerres erklärt. Und beim Neubau von Logistikhallen wie im neuen interkommunalen Gewerbegebiet „Am Grachtweg“ in Inden werde man darauf einwirken, dass die Dachlast von Beginn an entsprechend berechnet werde, ergänzt Spelthahn.

Der Landrat wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es beim Bau von Photovoltaikanlagen anders als bei Windrädern überhaupt keine Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung gebe. „Wir freuen uns über jeden Hinweis, wo wir tätig werden können“, betonen Spelthahn und Zerres. Den Kontakt zu den neuen Inhabern der ehemaligen Sargfabrik hatte der Kreisvorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, der Dürener Bernd Ohlemeyer, vermittelt.

Gesellschafter der 2011 gegründeten Rurenergie GmbH sind der Kreis Düren, die Stadtwerke Düren und Jülich, die Sparkasse Düren und die Energie- und Wasserversorgung Stolberg.

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