Kreis Düren: Sommerauftakt ist unauffällig und etwas zu warm

Kreis Düren : Sommerauftakt ist unauffällig und etwas zu warm

Unauffälliger und etwas zu warm präsentierte sich das Wetter zum Sommerauftakt. Ohne die Hitze und Unwetterlage der Pfingsttage würde der Juni 2014 rasch wieder vergessen werden.

Die Monatsmitteltemperaturen (Düren 16,5 Grad und Nideggen-Schmidt 15,2 Grad) wurden nach der Pfingst-Hitzewelle in der zweiten, kühlen Hälfte ausgeglichen. Die positive Abweichung vom 30-jährigen Mittel betrug meist +0,3 bis +0,6 Grad. In den höheren Lagen war der Juni noch wärmer als im Flachland (Kermeter 15,1 Grad).

Neben den üblichen schwachen Bodenfrösten (meist zur Schafskälte am Monatsende), die immer wieder in klaren Juninächten in den hochgelegenen Tälern der Eifel registriert werden (Kalterherberg -1,4 Grad), blieben wahrscheinlich nur die schwülheißen Tage zu Pfingsten (7. bis 9. Juni) im Gedächtnis.

Die meisten Stationen in den Niederungen schafften an den Feiertagen 30 bis32 Grad und oberhalb von 500 Meter Seehöhe 28 bis 30 Grad (Schmidt und Kermeter Wilder Pfad 30,4 Grad). Es waren die höchsten Temperaturen im ersten Junidrittel seit mindestens 40 Jahren (Hoven 32,6 Grad, Vettweiß 32,8 Grad, Düren 33,1 Grad und Drove 33,2 Grad).

Nur vom 6. bis 10. Juni stiegen die Maxima fünf Mal über die 25 Grad Marke, das war deutlich zu wenig. Im Juni 2003 waren es in Düren sogar 21 Sommertage.

Auch die Sonnenscheinsummen zeigten keine großen Unterschiede zwischen den Niederungen und der Rureifel. Häufig zogen die Gewitter über den Nationalpark hinweg zur Dürener Bördenlandschaft. Die Sonnenausbeute erreichte in der Heimbacher Tallage 172 Stunden, in Zülpich und Schmidt 201 Stunden, in Jülich 213 Stunden, Düren 220 Stunden und in Winden 236 Stunden.

Durch die gewittrigen Starkregenfälle zu Pfingsten gab es große Unterschiede in der monatlichen Regensummenbilanz im Kreis Düren: Düren 60 Liter pro Quadratmeter, Schmidt und Vettweiß 62 Liter, Obermaubach, Hambach und Drove 64 Liter, Hergarten und Winden 67 Liter, Heimbach 72 Liter, Schwammenauel und Jülich 76 Liter, Brandenberg 81 Liter, Zülpich 83 Liter und Linnich-Gevenich 91 Liter. Die höchsten Tagessummen (vom 9.6.) wurden aus Brandenberg mit 24 Liter pro Quadratmeter gemeldet.

Die meisten Leser werden sich noch an die unglaubliche Wolkenstruktur vom Pfingstmontag erinnern. Hagelwaben oder Mammatuswolken gingen dem abendlichen Gewittersturm voraus. In Verbindung mit orkanartigen Fallwinden (93 Stundenkilometer in Düren und bis 144 Stundenkilometer am Tagebau in Hambach) überquerte uns anschließend der Gewitterkern. Die Hagelkörner erreichten ein bis zwei Zentimeter. Im Vergleich zum Ruhrgebiet kam unsere Region aber noch glimpflich davon.

Südlich von Vettweiß gab es in Füssenich gegen 13 Uhr am Pfingstmontag Hagelschlag bis fünf Zentimeter Dicke. Mehr als 10000 Autos wurden rund um Zülpich durch die Eiskörner beschädigt und viele Dächer gingen zu Bruch.

Der Sommer 2014 wird nach der Siebenschläfer-Regel im Juli und August nicht überdurchschnittlich. In der entscheidenden Phase vom 6. bis 11. Juli erreichte das Luftdruckmittel gerade mal 1012 Hektopascal (hPa) statt der notwenigen 1020 hPa oder mehr.

Kurze Hitzewellen und schwülheiße, gewittrige Phasen werden sich abwechseln. Schon in der ersten Sommerferienwoche gab es am 8./9. Juli riesige Regenmengen in nur 48 Stunden (Düren 99 Liter pro Quadratmeter und 131 an der Deponie Aachen bei Alsdorf-Warden).

(kjl)