Sommer ist längst gelaufen

Sommer ist längst gelaufen

Erkelenz (an-o) - Sommerschlussverkauf? Der Sommer selbst ist in diesem Jahr ein Schlussverkauf: Regen ohne Ende, Barometer auf dem Tiefpunkt, Konjunktur im Keller. Sommerschlussverkauf: Bringt der überhaupt noch was? Sommerschlussverkauf: Wie ist der gelaufen? Wir fragten nach.

Der "Teuro", das Wetter, die schlechte Wirtschaftslage - alles mögliche Ursachen für die Kaufzurückhaltung in diesem Jahr. Zumindest die Erkelenzer scheinen nicht solche "Kaufmuffel" zu sein: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Sommerschlussverkauf", sagt Anne Bellartz, Shopleiterin im Gerd Edel Modegeschäft. Nachdem die erste Woche des SSV "eher schleppend" dahin gekrochen sei, habe der Verkauf in der zweiten Woche "merklich angezogen".

In dem gemütlichen Geschäft an der Kölner Strasse sind die Kleider und Blusen aus dem Sommersortiment bis zu 70 Prozent reduziert - da findet sich mancher Leckerbissen für Sparsame.

Frühzeitig eingedeckt

Auch bei Barbara Wüllenweber, Inhaberin des Modehauses Wüllenweber, ist der Schlussverkauf in diesem Jahr sozusagen gelaufen: "Unsere Kunden decken sich schon frühzeitig für die kommende Saison ein", sagt sie. Für den Sommer haben sich die Kunden im Frühjahr eingedeckt, "jetzt kauft der Kunde modische Herbstkleidung."


Der Euro sitzt auch in Erkelenz nicht nicht mehr so locker wie weiland die Mark: "Es wird bewusster gekauft und der Kunde nimmt sich mehr Zeit als früher, um sich für ein Kleidungsstück zu entscheiden", sagt die Geschäftsfrau.

"Mehr schlecht als recht"

Wenn schon in Sachen Mode "sommerschlussverkaufsmäßig" nicht viel läuft, dann möglicherweise in einem Fachgeschäft, dessen Angebot dem miserablen Wetter eher entgegen kommt: "Der SSV lief bei uns mehr schlecht als recht", sagt Susanne Wirtz, Inhaberin von Betten Wirtz. Allerdings suchten die Kunden bei ihr auch keine Billigangebote: "Eine Daunendecke kauft man nicht alle Tage, deshalb steht bei uns die Beratung höher im Kurs als die Schnäppchenjagd."

Das allgemein beklagte trübe Konsumklima macht Susanne Wirtz bei einem Blick nach draußen fest: "Wenn an einem Dienstag Nachmittag die Parkplätze an der Kölner Strasse frei bleiben - das ist schon ungewöhnlich", sagt sie.

Dass die Kunden gezielter einkaufen, hat auch Dierk Wolthausen, Inhaber der Mode-Box an der Ostpromenade, bemerkt: "Die Leute kaufen nicht mehr so spontan ein, sagt er. Aber im Schlussverkauf haben wir viel abgesetzt."

Steil bergauf

Wie sein Kollege Manfred Cremer, Besitzer des Schuhgeschäfts Cremer, zeigt sich Wolthausen vom angeblich schlechten Konsumklima unbeeindruckt. "Zwar verlief das erste Halbjahr etwas bescheiden, aber in den letzen zwei Monaten ging es wieder steil bergauf", sagt Cremer ausgesprochen optimistisch.

Der Sommerschlussverkauf ist für ihn gelaufen, er bereitet sich schon auf die kommende Saison vor: "Die Leute wollen jetzt Stiefel für den Herbst kaufen. Und die sollen sie haben."