Wegberg-Wildenrath: Siemens hofft auf eine bessere Auslastung in Wildenrath

Wegberg-Wildenrath : Siemens hofft auf eine bessere Auslastung in Wildenrath

Siemens hatte im Bahnprüfcenter in Wegberg-Wildenrath 2007 mit einer sehr geringen Auslastung zu kämpfen, die auf bis zu 20 Prozent sank, durfte sich aber andererseits über eine sehr große Resonanz beim Tag der offenen Tür zum zehnjährigen Bestehen (mit über 32.000 Besuchern) freuen: Dies prägte den Blick zurück beim Neujahrsempfang von Siemens am Donnerstag.

Wie Steffen Rogge und Steffen Schimmel aus der Führungsetage berichteten, werde für 2008 aber ein deutlicher Anstieg bei der Auslastung erhofft.

So seien nach jetzigem Stand bereits über 100 Schienenfahrzeuge zu Tests, Prüfungen, Inbetriebsetzung oder Umbau angekündigt: Es handelt sich um Regionaltriebfahrzeuge vom Typ Desiro für Bulgarien (25) und die Mittelrheinbahn (16) sowie vom Typ NS Sprinter für die Niederlande (15); außerdem um 66 Streckenlokomotiven der Baureihe 189, die mit Blick auf das European Train Control System mit dem ETCS-Zugbeeinflussungsystem ausgestattet werden.

Hinzu kämen erfahrungsgemäß kurzfristig anberaumte Tests und Prüfungen von Einzelfahrzeugen und Ausrüstungen. Siemens hofft auf weitere Aufträge - sowohl aus dem eigenen Haus wie von externen Interessenten. Dazu soll auch eine Vereinbarung dienen, die mit dem TÜV Rheinland getroffen wird und diesem sowie dessen Kunden Testmöglichkeiten in Wildenrath einräumen soll.

Warum Projekte bisweilen an Wildenrath vorbeilaufen, machte Steffen Rogge an zwei Beispielen deutlich: Die Hochgeschwindigkeitszüge für China würden dort vor Ort gebaut. Und die Highspeedzüge für Russland, die in Deutschland gebaut werden, würden auf Breitspur fahren, die in Wildenrath nicht vorhanden sei.

Früher als Verkehrstechnik und dann als Transportation Systems firmierend, gehört der Bahnbereich nach der Siemens-Neuorganisation im Sektor Industry zur Division Mobility. Megacitys würden zunehmend Komplettlösungen beim Thema Verkehr fordern - mit einem integrierten Management für die ganze Stadt: Schienen und Straßen, aber auch Leitsysteme umfassend.

Rogge könnte sich vorstellen, dass so in Wildenrath zukünftig neue Testfelder - beispielsweise im Bereich Parkleitsysteme oder Verkehrsmanagement - erschlossen werden könnten.

Nach 50 Millionen Euro beim Bau und weiteren 50 Millionen Euro im Laufe der vergangenen zehn Jahre stehen auch in 2008 Investitionen an, für geschätzt ein bis zwei Millionen Euro: So wird ein Messgleisbogen fertiggestellt. Ein 25-KV-Trafo wird eingebaut, um Messmöglichkeiten insbesondere für Fahrzeuge für den englischen Markt zu erweitern. Und neue Zugbeeinflussungssysteme werden installiert.