Sieben Tage radeln ohne Pause

Sieben Tage radeln ohne Pause

Erkelenz (an-o) - Das härteste Radrennen der Welt führt quer durch die USA. Nonstop von San Diego nach Atlantic City. Die beiden Erkelenzer Karl-Heinz Esser und Adolf Sommer schafften die Strecke mit ihrem Team in 7 Tagen, 3 Stunden und 42 Minuten.

Als sie vorigen Montag mit Polizeieskorte in Atlantic City einrollten, hatten sie ihre eigenen Erwartungen übertroffen. "Wir wollten die Strecke in wenigstens acht Tagen schaffen", erklärt Metzgermeister Esser. Dass sie ihr persönliches Ziel um fast 21 Stunden unterboten hatten, war nicht ihr einziger Erfolg.

Denn in der gesamten 18-jährigen Geschichte des "Race Across America" hatte noch nie ein Team in ihrer Altersklasse (ab 40) eine solche Zeit hingelegt. Und das, obwohl Esser sich bei einem Sturz einige Verletzungen zugezogen hatte und am Ellenbogen mit fünf Stichen genäht werden musste.

Bereits am zweiten Tag des Rennens hatte es bei einem Unfall mit einem Lastwagen einen Toten im Fahrerlager gegeben. "Traditionell" erreicht nur jeder zweite Starter das Ziel in Atlantic City. Das mag nicht verwundern, haben die Fahrer doch auf der Strecke quer durch die USA einige Temperatur- und Höhenunterschiede zu bewältigen.

Gefahr bei Nachtfahrten

Esser, Sommer und ihr Team "Power of Mind" hatten es noch gut getroffen: Zwei Tage lang fuhren sie vor einer drohenden Gewitterfront her ohne einen einzigen Tropfen abzubekommen. Ganz besonders gefährlich waren die Nachtfahrten, bei denen sich die Fahrer lediglich an den Lichtkegeln der Begleitfahrzeuge orientieren konnten. So konnte es ohne weiteres passieren, dass man sich hinter einer Kurve auf einmal einem kapitalen Elch oder anderen wilden Tieren gegenüber sah.

Als "besonders motivierend" empfand Esser die freilaufenden Wachhunde der ländlichen Farmen, die nur zu gerne in ein durchtrainiertes Stück Bein gebissen hätten. Vielleicht haben sie ja dadurch maßgeblich zur Gesamtzeit des Teams beigetragen.

Als besonders freundlich erwiesen sich hingegen die Menschen, denen sie auf der Strecke begegneten. "Leider mussten wir die vielen Einladungen zum Barbecue natürlich ablehnen", erinnert sich Esser. Trotzdem war man froh, als Atlantic City erreicht war und die Tortur hinter ihnen lag. "Da wir unsere Ziele übertroffen hatten, konnten wir mehr als zufrieden sein", fasst Sommer die Gefühle am Ziel zusammen.