Sicher ist: "Ich gehe wählen"

Sicher ist: "Ich gehe wählen"

Erkelenz (an-o) - In ziemlich genau einem Monat ist es soweit. Dann werden für die kommenden vier Jahre die politischen Weichen gestellt. Das Erstaunliche: Noch nie waren so viele Menschen so kurz vor der Wahl unentschlossen. Wie sieht das bei den Erstwählern aus? Die "Nachrichten" fragten nach.

Nicht nur routinierte Menschen mit jahrelanger Urnenerfahrung grübeln im Moment mehr als sonst. Aber auch ihnen scheint die Wahl in diesem Jahr schwerer zu fallen als irgendeine zuvor. Wenn schon für diese alten Wahl-Hasen die Entscheidung schwer fällt, wie muss es dann erst für diejenigen sein, die bei der anstehenden Bundestagswahl zum ersten Mal an die Urnen gehen? Auch denen raucht der Kopf. Viele sind noch unsicher.

Wie zum Beispiel Hanna Hanßen. Die 19-Jährige ist sich wirklich noch nicht sicher, für wen sie ihre kostbare Stimme abgeben soll. Doch eins steht für die junge Erstwählerin fest: "Ich gehe wählen." Auch wenn sie sich sonst nicht so sehr für Politik interessiert, versucht sie im Moment, sich gründlich zu informieren. "Ich werde mir zum Beispiel das TV-Duell zwischen Schröder und Stoiber ansehen", sagt sie. "Denn wahrscheinlich wähle ich eine von den großen Parteien."

Auch Reza Bigdeli hat sich noch nicht endgültig festgelegt, wen er wählen wird, aber er hat sich schon seine Gedanken gemacht. "Ich glaube, ich weiß, wo ich mein Kreuz machen werden", sagt der 19-jährige Erkelenzer. "Das ist bei mir so gut wie sicher." Seine Informationen beziehe Reza Bigdeli größtenteils aus dem Fernsehen, sagt er. Aber das TV-Duell werde er sich wahrscheinlich nicht ansehen.

Sylvia Schablitzkys Entscheidung steht dagegen schon felsenfest. "Ich habe mich dabei von meiner Arbeit beim Umweltkontor beeinflussen lassen", sagt sie. "Meine Entscheidung wird in diese Richtung gehen."

Die Kollegin der 20-Jährigen, Tina Porten (21), hadert dagegen noch ein wenig mit dem politischen Schicksal. "Ganz sicher bin ich mir noch nicht", so die Erstwählerin. "Aber wählen gehe ich auf jeden Fall. Das ist wichtig, damit die Rechten in Deutschland nicht an die Macht kommen." Aber ebenso wie ihre Arbeitskollegin bezieht sie ihre Informationen fast ausschließlich von ihrer Arbeitsstelle. Andere Quellen, wie TV oder Zeitung, nutzen sie kaum.

Auch die Erstwählerschaft ist also noch unsicher, wem sie vier Jahre Vertrauen schenken soll. Naja, ein bisschen Zeit bleibt ja noch.

Richard Kalb/Julita Przygoda