Kreis Heinsberg: Senioren und Seniorinnen trainieren ihre Alltagskompetenzen

Kreis Heinsberg : Senioren und Seniorinnen trainieren ihre Alltagskompetenzen

Acht Seniorinnen und Senioren — die meisten über 80 Jahre alt — sitzen in einem Raum der Geschäftsstelle des Caritasverbandes für die Region Heinsberg und versuchen, die Titel von Schlagern und Volksliedern, die nur kurz angespielt werden, zu benennen. Dies gelingt meist gut.

Kurz darauf stehen sie auf, um auf der Stelle zu laufen und sich wie ein Vogel zum Lied „Vogelhochzeit“ zu bewegen und im Takt zu klatschen. Das Gedächtnis und Bewegungstraining ist Teil der ersten Stunde der Gruppenschulung im Rahmen des Projekts Pakt, an dem der Caritasverband Heinsberg teilnimmt. Dabei geht es um präventives Alltagskompetenztraining für Seniorinnen und Senioren.

Kostenloses Angebot

Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Caritasverband für das Bistum Aachen mit Unterstützung des Projektes „Pflege Inklusiv“ der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und unter wissenschaftlicher Begleitung des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung. Es handelt sich um ein kostenloses Schulungs-, Beratungs-,Trainings- und Unterstützungsangebot, das speziell für Senioren entwickelt wurde, die noch keinen Pflegebedarf haben und ihren Alltag selbstständig bewältigen, jedoch merken, dass ihnen dies zunehmend schwerer fällt.

Speziell geschulte Fachkräfte

Beate Kösters und Sylvia Küppers als speziell geschulte Pakt-Fachkräfte stimmen das Training in bis zu zehn Hausbesuchen individuell auf die Bedürfnisse der teilnehmenden Senioren ab. Sie sind es auch, die die Gruppenschulung leiten. Anwesend ist auch Projektreferentin Miriam Aldenhoven. Für die Teilnehmer sind Beate Kösters und Sylvia Küppers keine unbekannten Gesichter. Kennen sie sie doch bereits von den Hausbesuchen, bei denen die beiden Themen wie Bewegung, Ernährung, Gedächtnis, Wohnraumgestaltung und Erhalt sozialer Kontakte behandeln.

Erklärtes Ziel dabei ist es, den Zeitpunkt für das Angewiesen sein auf Hilfe und Pflege im Alter möglichst weit hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden. Dies betont auch Sylvia Küppers gleich zu Beginn der Gruppenschulung. „Wir versuchen Sie zu unterstützen, so lange wie möglich in der häuslichen Umgebung zu bleiben.“

Die erste Stunde stehe unter dem Titel „Früher und heute“, fährt sie fort. Damit jedoch sich die Teilnehmer erst einmal kennenlernen, gibt es eine Vorstellungsrunde, bei der die Seniorinnen und Senioren ihren zuvor ermittelten Partner mit seinem Namen, seinem Alter und seinem Wohnort vorstellen müssen. Dass hier das Gedächtnis trainiert wird, merken sie recht schnell.

Kurz darauf erklingen die Melodien bekannter Schlager und Volkslieder. Meist fällt der Titel den Teilnehmern sofort ein. „Wir wollen nun die Gelenke aktivieren“, fordert Sylvia Küppers kurz darauf auf, sich zu erheben. „Im Alter werden die Gelenke steif. Wir wollen jedoch beweglich bleiben.“ Und schon sind die Teilnehmer inmitten einer Schulterübung, bei der mit Papptellern eine Luftballonbiene in der Luft gehalten wird. Die Seniorinnen und Senioren machen begeistert mit und sind schließlich erstaunt darüber, dass eine Stunde so schnell vorbei sein kann.

„Die Übungen haben Spaß gemacht. Die Stunde in Geselligkeit war eine schöne Abwechslung vom Alltag und dem Alleinsein zu Hause.“ So lautet schließlich das Resümee.