Gangelt: Selfkantlauf-Organisator Tholen: Halbmarathon soll 2019 schon morgens starten

Gangelt : Selfkantlauf-Organisator Tholen: Halbmarathon soll 2019 schon morgens starten

Achim Tholen kommt in voller Läufermontur zum Gespräch. Nicht zu Vorführzwecken, sondern weil es zeitlich gut zu kombinieren war. Wer auf einem gewissen Niveau läuft, der braucht Zeit, und die will gut organisiert sein.

So machte Tholen also aus den zwei Kilometern, die er eigentlich vom Gangelter Info-Center entfernt lebt, kurzerhand runde 20 und kommt bei bester Betriebstemperatur vor Ort an. Thema ist der Selfkantlauf, der gerade zum fünften Mal veranstaltet worden ist und den Tholen gemeinsam mit den Alten Herren der SG Gangelt -Hastenrath und dem Stammtisch „Die Braven“ organisiert.

Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen (l.) ehrte gemeinsam mit dem Wethouder der Gemeinde Onderbanken, Peter Salden (4.v.l.), und Organisator Achim Tholen (r.) die schnellsten Grenzläufer Annja Meitzel und Raymond Maes. Foto: Achim Tholen

„Wir haben mittlerweile ein eingespieltes Team und arbeiten in einer sehr schönen Atmosphäre“, freut sich Tholen. Auch daran liegt es wohl, dass der Lauf sich seinen festen Platz im Gesamtangebot in der Region erarbeitet hat und zu einer liebgewonnenen Institution geworden ist. Seine Nische hat das Ereignis sich nach Einschätzung von Tholen vor allen Dingen durch drei Charakteristika geschaffen: Erstens wäre da die Natur, zweitens die grenzüberschreitende Streckenführung und drittens die familiäre Atmosphäre. 1500 Teilnehmer waren dieses Jahr bei Löwenherzlauf, 5-Kilometer-Lauf, 10-Kilometer-Lauf oder Halbmarathon dabei, in die sich die Gesamtveranstaltung Selfkantlauf aufteilt.

Zeitweise herrschte beim diesjährigen Selfkantlauf Volksfeststimmung. Dazu trug auch das angenehme Wetter bei. Foto: Achim Tholen

Auch die Gemeinden Gangelt, Selfkant, Waldfeucht und Onderbanken wissen das zu schätzen. Der touristische Mehrwert ist zwar nicht konkret zu beziffern, dürfte aber den Aufwand locker rechtfertigen. Wer einmal durch die wunderschöne Natur des Selfkantlands gelaufen ist, der kommt vielleicht irgendwann ohne Sportkleidung und ohne Zeitdruck wieder — das ist der Gedanke.

Viel Glück hatten die Veranstalter in diesem Jahr mit dem Wetter. Schließlich gab es kurz vor dem Selfkantlauf eine extreme Kälteperiode. Und auch im Anschluss sank das Quecksilber wieder. Am Veranstaltungstag jedoch zeigte die Witterung sich mit milden Temperaturen und Sonnenschein uneingeschränkt läuferfreundlich. Auch das trug dazu bei, dass Achim Tholen wieder rundum zufrieden ist mit dem Verlauf der Veranstaltung.

Viel zu tun bis zum sechsten Selfkantlauf

Vielleicht zählt zu einer gelungenen Veranstaltung aber auch der Wille der Macher, Gutes noch besser zu machen. Und so schweben Achim Tholen einige Neuerungen für den Selfkantlauf Nummer sechs im Jahr 2019 vor. Die wohl wichtigste besteht darin, dass er die Teilnehmer am Halbmarathon gerne schon morgens starten lassen würde. Wie bei den meisten Veranstaltungen dieser Art fand der Halbmarathon bislang als letzter Lauf statt, was organisatorisch auch am einfachsten ist.

Der Nebeneffekt, der Tholen stört, ist jedoch der, dass die Zuschauer und die übrigen Teilnehmer sich schon zu einem großen Teil verabschiedet haben, wenn 80 Minuten später die besten Läufer die Ziellinie überqueren. Schöner und wohl auch der sportlichen Leistung angemessener wäre es natürlich, wenn noch Hochbetrieb herrscht, findet Tholen. Wird die Idee in die Tat umgesetzt, wäre der Veranstaltungsablauf also deutlich dichter.

Zwei weitere Ideen betreffen eher das Drumherum. So sollen Rhythmusgruppen, etwa aus dem Bereich Samba, entlang der Strecken für Stimmung sorgen und den Läufern einheizen. Und außerdem soll nicht mehr nur ein Sprecher die Läufe moderieren, sondern deren zwei: einer an der Strecke, einer bei der Siegerehrung.

Neben den Pflichtaufgaben gibt es also noch einiges zu tun bis zum sechsten Selfkantlauf im kommenden Jahr. Einerseits klingt das nach einer Menge, andererseits vergeht ein Jahr schnell. Denn der schnellste aller Läufer ist immer noch die Zeit.

(jpm)