Selfkant-Höngen: Selbstbewusstsein und Körperspannung bei Projektzirkus Regenbogen

Selfkant-Höngen : Selbstbewusstsein und Körperspannung bei Projektzirkus Regenbogen

Ein kleines Jubiläum konnten die Teilnehmer der Ferienspiele der Offenen Jugendarbeit (OJA) des Pfarrverbands St. Servatius Selfkant feiern. Zum zehnten Mal präsentierten die jungen Teilnehmer im Zirkuszelt der Familie Lagrin vom Projektzirkus Regenbogen an der Gesamtschule Selfkant in Höngen ihre einstudierten Show-Nummern.

Eine ganze Woche hatten 50 Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren unter Leitung von Franz-Josef Stoffels (OJA) und den professionellen Anleitungen von Niklas La-grin und seiner Familie geübt.

Pastor Roland Bohnen eröffnete mit Liedern und Spiel auf seiner Gitarre die Show und gab mit seinem Segen die Manege frei. Schon früh hatten die Kinder sich eingefunden. Die Gesichter waren geschminkt, die Augen leuchteten und die passende Kleidung für ihre Akrobatenvorführungen fehlte ebenso wenig.

Auf dem Programm standen Tanz, Jonglieren, Akrobatik am Boden und in der Luft sowie auf den Therapie-Pferden von Andrea Plümäkers. Mit finanzieller Unterstützung durch das Landesprogramm „Kulturrucksack NRW“ und den Pfarrverband gelinge das attraktive Programm „Starke Kids“ in der ersten Ferienwoche, fügte OJA-Leiter Stoffels an. Während im Zelt die vielen Zuschauer der lustigen Clownsgruppe zuschauten, schmückten zwölf Kinder sich und die beiden Therapie-Pferde Amos und Fönix für den bevorstehenden Auftritt.

In dieser Woche war mehr geschehen, als nur eine Akrobatennummer einzuüben. Ein Auge für die Bedürfnisse der Tiere zu haben und der liebevolle Umgang mit ihnen waren ebenso gestärkt worden wie das Gruppengefühl untereinander. Und für die Ausdauer, trotz Hitze, während des Trainings in der Woche wurden sie belohnt mit viel Applaus. Im Mittelpunkt zu stehen und Aufmerksamkeit zu bekommen, war gut für das Selbstbewusstsein.

Jonglieren und Voltigieren

Gelungene Akrobatik und das Jonglieren mit Tellern schulten das Körpergefühl, wie auch das Einhalten der Choreographie beim einführenden Tanz. Die Kinder wurden sich jeweils ihrer Leistungsfähigkeit bewusst. Das war ablesbar an den strahlenden Augen nach einer gelungenen Aufführung.

Zeitgleich war in den Gesichtern der Eltern und Großeltern der Stolz unter den Zuschauern ebenso sichtbar. Kein Wunder, dass die Kinder in dieser positiven Atmosphäre über sich hinauswuchsen. Manchmal strahlte ein aufmunterndes Lächeln von Zirkusinhaber Niklas Lagrin durch die Manege, wenn die Mienen der Kinder voller Konzentration ihm zu ernst erschienen. Wer konnte es ihnen verdenken ob der tollen gezeigten Übungen. Als hätten sie schon lange nichts anderes gemacht, stimmte die Körperspannung bei der Luftakrobatiknummer ebenso wie bei den Bodenakrobaten, die mit Leichtigkeit eine Körperpyramide bauten. Mit tollem Gefühl für den Rhythmus des Pferdes standen oder saßen die Kinder sicher auf dem Rücken der beiden Tiere und warfen sich einen Ball zu. Immer und jederzeit gesichert durch erfahrene Begleiter, so dass auch die Vorführungen in der Luft am Ring perfekt abgesichert waren.

Der Dank war der Familie Lagrin und den jugendlichen Betreuern dafür sicher. Ein fast zweistündiges Programm ging mit viel Applaus über die Bühne. Dass dieses Erlebnis ein bleibendes war, kann sicher resümiert werden. Und dass der Wunsch nach Fortsetzung im nächsten Jahr als Bestandteil der Ferienspiele geäußert wurde, war ebenso sicher wie das Amen in der Kirche.