Kreis Heinsberg: Sechs Kilometer Tour de France im Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg : Sechs Kilometer Tour de France im Kreis Heinsberg

Was sich Mitte Oktober bereits abzeichnete, als bekanntgegeben worden war, dass die zweite Etappe der Tour de France 2017 am Sonntag, 2. Juli, vom Startort Düsseldorf aus über gut 200 Kilometer via Mönchengladbach, Jülich und Aachen ins belgische Lüttich als Tagesziel führen wird, hat sich am Montag nun offiziell bestätigt.

Die Radrenn-Asse werden, wenn sie nach einer Sprintwertung in Mönchengladbach am Braunkohletagebau Garzweiler vorbei in Richtung Jülich (Kreis Düren) weiterfahren, auf einer Strecke von rund sechs Kilometern auch durch den Kreis Heinsberg jagen — ganz im Osten der Stadt Erkelenz. Sechs Kilometer von insgesamt 3516 Kilometern der Tour 2017...

Nach den am Montag veröffentlichten Informationen zum ­Streckenverlauf der zweiten Etappe wird die Tour de France auf mehr als 20 Kilometern durch das Stadtgebiet von Mönchengladbach führen: Nach der Sprintwertung auf der Bismarckstraße rollt das Feld durch Rheydt und Wickrath gen Wanlo und dann in den Kreis Heinsberg hinein: auf der L 277. Die Erkelenzer Ortschaft Keyenberg liegt somit unmittelbar am Rand der TdF-Strecke, ist der Ortseingang von Keyenberg doch nur wenige Meter von der L 277 entfernt.

Borschemich (alt) und Immerath (alt) werden im wahrsten Sinne des Wortes „links liegen gelassen“. Passiert wird Lützerath, das sowohl 2015 als auch 2016 als Klimacamp-Schauplatz mit Protestaktionen gegen den Braunkohlentagebau im Blickpunkt des überregionalen Medieninteresses gestanden hat. Nahe der Imme­rather Windmühle wird das Heinsberger Kreisgebiet beziehungsweise Erkelenzer Stadtgebiet wieder verlassen.

Werbekarawane und 198 Fahrer

Die Tour de France mit ihrer ­großen Werbekarawane und ihrem 22 Teams und 198 Fahrer umfassenden Feld wird in Erkelenz also auf einer Straße unterwegs sein, die nach den Plänen des Tagebaubetreibers RWE Power in einigen Jahren, wenn die Bagger die Autobahn 61 passieren, nicht mehr existieren und im großen Loch verschwinden wird — wie die Orte östlich und westlich der A 61.

Nach Immerath und Borschemich steht nun auch für Keyenberg (im Verbund mit Kuckum, Unter- und Oberwestrich sowie Berverath) die Umsiedlung unmittelbar bevor. Deshalb reagierte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen am Montag auch zurückhaltend, was die Planung eines möglichen Events rund um die Tour angeht. Denn: „Die Orte und ihre Einwohner befinden sich gerade dann, wenn die Umsiedlung beginnt, in einer sensiblen Phase.“

Die Tatsache, dass dieses große Sportereignis die Region zumindest streift, sei schon schön, so Jansen. Der Bürgermeister kündigte aber an, er wolle in den nächsten Wochen erst einmal mit den Keyenbergern, sprich mit dem Bürgerbeirat und der Dorfgemeinschaft reden und gemeinsam mit ihnen überlegen, ob (und, wenn ja, in welcher Form) etwas am Tag der Tour-Vorbeifahrt vor Ort in Keyenberg veranstaltet werden sollte.

Durchaus vorstellbar wäre für Peter Jansen, den Erkelenzer Start- und Zielort für den Niederrheinischen Radwandertag, der am 2. Juli stattfinden soll, aus dem Stadtzentrum nach Keyenberg zu verlagern. „Die Tour de France und der Niederrheinische Radwandertag — das würde ja auch zusammenpassen.“

(disch)