Kreis Heinsberg: Schwimmprojekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“ ein Erfolg

Kreis Heinsberg : Schwimmprojekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“ ein Erfolg

Die Schwimmhallen in Erkelenz und Hückelhoven werden im kommenden Monat, in den Wochen vom 3. bis 7. April sowie vom 24. bis 28. April, einen Ansturm von Schülern erleben. Rund 800 Erstklässler werden in beiden Bädern aktiv sein. Das Regionale Bildungsbüro hat für das ­Projekt mit dem Titel „Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“ im Kreissportbund Heinsberg einen idealen Partner gefunden.

Gemeinsam wollen sie den bundesweiten Schlagzeilen zu mangelhaften Schwimmfähigkeiten der Kinder und Jugendlichen energisch entgegenwirken.

Annette Sielschott, die im Regionalen Bildungsbüro als pädagogische Mitarbeiterin tätig ist, hat im Laufe des Jahre einen schleichenden Prozess beobachtet. Sie befürchtet: „Das Problem der Grundschulen zieht sich weiter an die weiterführenden Schulen.“ Dies soll jedoch speziell im Kreis Heinsberg gemeinsam verhindert werden. Mit im Boot sitzen als kooperierende Partner von Bildungsbüro und Kreissportbund sowohl die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft als auch örtliche Schwimm- und Sportvereine.

Erklärtes Ziel ist es, die Nichtschwimmerquote der Grundschulkinder deutlich zu senken. Statistiken (die Zahlen wurden 2014 vom Kreissportbund erfragt) hatten alarmierende Zahlen ausgewiesen: An jeder fünften Schule kann ein Drittel der Schüler in der vierten Klasse nicht schwimmen, der Nichtschwimmeranteil in der fünften Klasse liegt bei zehn Prozent, die Wartezeiten für einen Schwimmkurs betragen bis zu zwei Jahre.

„Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“ wurde erstmalig im Jahr 2015 in Erkelenz umgesetzt. Dort und in den Städten Geilenkirchen, Hückelhoven und Wegberg wurde das Schwimmprojekt bislang insgesamt sechsmal realisiert. Dabei wurden in der Addition aller Teilnehmerzahlen 1905 Schulkinder erreicht. Berit Baumeister, Fachkraft vom Kreissportbund für das Programm „NRW bewegt seine Kinder!“ spricht von einem sehr erfolgreiches Projekt. Denn erfreulich ist: Die Zahl der Nichtschwimmer konnte deutlich gesenkt werden. Ferner konnten die Schwimmfähigkeiten wesentlich verbessert werden, die Quoten der „sicheren Schwimmer“ deutlich erhöht werden.

Insgesamt 834 Kinder freuten sich über erfolgreiche Prüfungen, so unter anderem für das Seepferdchen. „Wir erhöhen mit diesem Schwimmprojekt auch die Sicherheit der Kinder“, spricht Gerd Schütz, Ausbildungsleiter im DLRG-Bezirk Kreis Heinsberg, einen weiteren wichtigen Aspekt an, und verwweist auf die Freibäder sowie auf Seen und Flüsse in der Region, in denen zum Teil Gefahrenquellen lauern würden.

Im Hallenbad Erkelenz sind in den beiden April-Wochen 409 Kinder im Wasser, in Hückelhoven wurden 391 Kinder gemeldet. Das sei eine echte Aufgabe für die DLRG, alle Schwimmlehrkräfte sowie die Helferinnen und Helfer, blickte Gerd Schütz voraus auf diese beiden bevorstehenden Auflagen von „Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“.

Die Initiatoren würden sich generell weitere Unterstützung freiwilliger Helferinnen und Helfer wünschen, denn weitere Durchgänge sind geplant.. Sie würden sich freuen, wenn unter anderen ehemalige Sportlehrkräfte oder auch aktive Kräfte sich in den Dienst der Kinder stellen und mitmachen würden. Ansprechpartner ist Annette Sielschott im Bildungsbüro im Heinsberger Kreishaus unter Telefon 02452/134019.

Gerd Schütz von der DLRG betonte die Bedeutung von mehr Ausbildungsmöglichkeiten für Schwimmanfänger mit Blick auf den Schwimmsport und die Bäder: „Die Kinder, die ich heute zum Schwimmen bringe, sind die Kunden von morgen.

(agsb)