Waldfeucht-Haaren: Schwester Emilies Wirken ist unvergessen

Waldfeucht-Haaren : Schwester Emilies Wirken ist unvergessen

Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach Enthüllung der Gedenktafel zur Ehren der in Haaren geborenen Schwester Emilie Schneider wurde wieder ein großer Gedenktag für die Ordensfrau in ihrem Geburtsort veranstaltet.

50 Schwestern ihres Ordens, der „Töchter vom Heiligen Kreuz” waren der Einladung von Pfarre und Gemeinde gefolgt. Sogar die Generaloberin Schwester Arlinda Acaredo aus Indien ließ es sich nicht nehmen, die Delegation der Ordensschwestern auf ihrem Weg nach Haaren zu begleiten.

Höhepunkt war die Einweihung der „Emilie-Schneider-Straße” im Baugebiet Kohlenkamp. „Schwester Emilie als bedeutende Tochter des Ortes zu Ehren, war nicht zuletzt ein Grund für die Straßenbenennung”, sagte Bürgermeister Johannes von Helden.

Die bereits 1859 im Alter von 38 Jahren verstobene Schwester Emilie erreichte durch ihre geistlichen Briefe und den außergewöhnlichen Lebenswandel schnell überregionale Verehrung, die in einem Seligsprechungsprozess mündete.

Die Entscheidung für die Straßenbenennung wurde in Zusammenarbeit mit dem Lokalhistorischen Arbeitskreis Haaren getroffen. Ziel war und ist es, bei der Benennung von Ortsstraßen auf historische Bezüge oder Persönlichkeiten zurückzugreifen. Dies galt auch für den „Pfarrer-Hanrath-Weg”, der ein Verbindungsstück zwischen Brauereistraße und Reitweg betitelt.

Auch dessen Straßenschild wurde bei der Gelegenheit vorgestellt. Alle Schilder tragen eine Legende, die auf die Geschichte der Persönlichkeiten hinweist. „Bei Pfarrer Hanrath handelte es sich nicht nur um den Erbauer der Haarener Pfarrkirche, sondern auch um den Taufpriester Schwester Emilies”, stellte der Bürgermeister heraus.

Neben den Ordensschwestern waren viele Bürger sowohl bei der Enthüllung der Straßenschilder, als auch der voraus gegangenen Gedenkfeier an der St. Jans Klus dabei. Viele der Ordensfrauen, die teilweise aus Asien, Afrika, Nord- und Südamerika stammen, hatten bisher nur vom Taufort ihrer Mitschwester gehört oder gelesen.

Vor dem Kapellchen an der Klus, von der Nachbarschaft festlich geschmückt, wurde unter Begleitung einer Abordnung des Musikvereins in englischer, französischer und deutscher Sprache der Persönlichkeiten gedacht. Im Pfarrzentrum gab es anschließend Gelegenheit, sich über die Hintergründe und den Stand des Seligsprechungsprozesses zu informieren.

Im Rahmen des 200-jährigen Pfarrbestehens hatte die Pfarrgemeinde Haaren zu zwei gutbesuchten Vorträgen eingeladen. Monsignore Martin Hülskamp aus Münster beantwortete die Frage „Wunderbar oder wunderlich? Sinn und Bedeutung des Seligsprechungsprozesses”.

Er stellte anschaulich die Bezüge zu den Wunderberichten dar, die für den Prozess einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Schwester Dr. Mechtild Linde, die Vizepostulatorin des Seligsprechungsprozesses, berichtete über den aktuellen Stand des Verfahrens. „Alle Unterlagen haben wir nach umfangreicher Vorarbeit mittlerweile bei der Glaubenskongregation in Rom eingereicht. Derzeit läuft die Prüfung, deren Ergebnis wir in den nächsten Jahren erwarten”, sagte Schwester Mechtild.