Kreis Heinsberg: Schwerpunkt Rente: Wahlkreiskandidaten diskutieren in Geilenkirchen

Kreis Heinsberg : Schwerpunkt Rente: Wahlkreiskandidaten diskutieren in Geilenkirchen

Im Kreis Heinsberg bekommen 17.347 Menschen im Minijob einen Stundenlohn von weniger als 8,50 Euro. Bei 6,01 Euro liegt der Durchschnittslohn dieser ­Niedriglohnbeschäftigten. Darauf hat der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Willi Klaßen, unter Berufung auf Zahlen des Hannoveraner Pestel-Instituts aufmerksam gemacht.

„Der Minijob führt zu Dumpinglöhnen und muss dringend reformiert werden. Nicht die Minijobberinnen und Minijobber sind die Gewinner, sondern deren Arbeitgeber, denn in der Regel kassieren sie den Sozialversicherungsbeitrag, der eigentlich den Beschäftigten zusteht, einfach ein“, beklagte der DGB-Kreisvorsitzende. Den Minijobberinnen und Minijobbern werde nicht nur der Lohn vorenthalten, sondern auch andere Leistungen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer normalerweise erhalten würden, wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsgeld oder Mutterschutzleistungen.

„Die Beschäftigten im Minijob erhalten einen niedrigen Lohn, haben keine soziale Sicherung und haben damit auch für das Alter nicht ausreichend vorgesorgt“, stellte Klaßen fest. Der DGB fordere deshalb eine Reform der Minijobs und einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde. „17.347 Minijobber würden sofort einen höheren Lohn erhalten“, sagte Klaßen. Außerdem sollten die Sonderbestimmungen für Minijobs aufgehoben werden, um die Minijobs in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu überführen.

„Gute Arbeit — Sichere Renten — Soziales Europa“: Unter dieser Devise veranstaltet der DGB-Kreisverband Heinsberg am kommenden Freitag, 6. September, um 19 Uhr im Franziskusheim in Geilenkirchen (Zum Kniepbusch 5) eine Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl. Die Wahlkreiskandidaten von CDU (Wilfried Oellers), SPD (Norbert Spinrath), FDP (Linus Stieldorf), Grünen (Hans Josef Dederichs) und Linken (Ayten Kaplan) werden Rede und Antwort stehen. Mit kurzen Impulsreferaten sollen DGB-Regionsvorsitzender Ralf Woelk und Johannes Eschweiler (Pastoral in der Arbeitswelt) die Diskussion anstoßen. Das Grußwort spricht Thomas Fiedler, der Bürgermeister der Stadt Geilenkirchen. Die Moderation übernimmt Regionalredakteur Dieter Schuhmachers vom Zeitungsverlag ­Aachen.

„Sicherlich werden insbesondere die Schwerpunkte Rente und Altersarmut diskutiert. Damit wurde ein geeigneter Ort für dieses Thema gefunden“, sagte Jürgen Seidler, der stellvertretende Vorsitzende des DGB im Kreis Heinsberg, mit Blick auf den Festsaal im Geilenkirchener Franziskusheim als Veranstaltungsort. Sein Wunsch an die zukünftigen Regierungsparteien lautet, dass sie ein schlüssiges Rentenkonzept haben sollten und das dem Wähler auch — „eigentlich vor der Wahl“ — mitteilen sollten. „Mir sind zu wenig Fakten in den Wahlprogrammen“, monierte Seidler. „Es ist offenbar einfacher, den Rentenbeitrag zu senken und so Wähler zu mobilisieren, als dem Wähler zu sagen, wie 2030 die Renten finanziert werden sollen.“