Städteregion: Schulsozialarbeit: Nicht am Ziel, aber doch einiges erreicht

Städteregion : Schulsozialarbeit: Nicht am Ziel, aber doch einiges erreicht

Wie heißt es doch so schön: Was lange währt, wird endlich gut. Auf die Schulsozialarbeit in der Städteregion trifft dieses Sprichwort allerdings nur bedingt zu. Denn ihr Ziel haben Politik und Verwaltung trotz großer Anstrengungen bis heute nicht erreicht.

Von der im Herbst 2015 von Städteregionsrat Helmut Etschenberg vehement geforderten und in einem persönlichen Brief an die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft reklamierten Schaffung und Finanzierung einer halben Stelle pro internationaler Förderklasse ist man an den städteregionalen Schulen immer noch ein Stück weit entfernt. Und die Weigerung des Landes, die Kosten für die Schulsozialarbeit in Gänze zu übernehmen, hat auch nach den Wahlen weiter Bestand.

Gleichwohl stellt sich mittlerweile eine gewisse Zufriedenheit ein. Zum Beispiel bei der CDU, deren Sprecher Wolfgang Königs feststellt: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn es für die eine oder andere Schule noch nicht das Optimum darstellt.“ Die Verwaltung habe „das Machbare“ erreicht. Noch positiver kommt die SPD daher. René Maaßen spricht von „einem tollen Konzept der Verwaltung, das wir mit allen Fraktionen tragen“.

Die Bemühungen der Städteregion haben in der Tat dazu geführt, dass die Diskrepanz zwischen dem reklamierten Bedarf und dem existierenden Angebot an den neun Berufskollegs deutlich verringert werden konnte. Nach Angaben der Verwaltung wurden mittlerweile elf Stellen für knapp 40 Klassen eingerichtet — in erster Linie, weil die Städteregion bei Sonderprogrammen des Landes zur Bildung von „multiprofessionellen Teams“ berücksichtigt wurde. Damit liegt sie „nur“ noch 5,25 Stellen unter dem selbst definierten Soll.

Grundsatz war in allen Fällen, dass der Antragsteller sich bei der Finanzierung von zwei Stellen durch das Land mit der Schaffung einer weiteren Stelle einbringt. Dreimal ist das seit dem Frühjahr 2016 geschehen, dreimal handelt es sich allerdings um eine zunächst bis zum Ende des Schuljahres 2018/19 befristete Maßnahme.

Da die Städteregion unabhängig von der Landesförderung noch einmal in die Tasche gegriffen und auf eigene Kosten zwei zusätzliche Schulsozialarbeiter eingestellt hat, kommt man nun in der Summe auf elf Stellen. Und hat damit, so können zumindest die Signale aus der Politik im Vorfeld der im November beginnenden Beratungen über den Haushalt 2018 interpretiert werden, wohl das Ende der Fahnenstange erreicht.

Wie es tatsächlich mit der Schulsozialarbeit für Flüchtlinge weitergehen wird, bleibt indes abzuwarten. Nicht nur, weil gerade Herbstferien sind, sondern vor allem, weil es in Nordrhein-Westfalen bekanntlich eine neue Landesregierung gibt und diese ganz besonders die Bildungspolitik ihrer Vorgängerin kritisiert. So haben CDU und FDP beispielsweise angekündigt, die Schulpflicht für Flüchtlinge auf 25 Jahre ausweiten zu wollen. Bislang gilt die allgemeine Schulpflicht in NRW nur bis zum Ablauf des Schuljahres, in dem der Betroffene das 18. Lebensjahr vollendet.

Mit der Änderung würde auch eine Forderung des Städte- und Gemeindebundes erfüllt. Nach seiner Aussage stellen junge Frauen und Männer zwischen 18 und 25 Jahren fast ein Viertel der Flüchtlinge, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind. Und wiederum etwa ein Viertel von ihnen habe keinen Schulabschluss.

Ein zusätzliches schulisches Angebot bringt einen steigenden Bedarf an Schulsozialarbeit mit sich, hat der städteregionale Dezernent Gregor Jansen bereits im Frühjahr, losgelöst vom konkreten Beispiel, prognostiziert. Im Falle einer Ausweitung der Schulpflicht für Flüchtlinge dürfte es damit weitere Diskussionen über die Erfordernisse und Zuständigkeiten geben. Es sei denn, die neue Landesregierung kommt auf die alten Forderungen des Städteregionsrates zurück und erfüllt diese.