Kreis Heinsberg: Schul-Kapitän Rudi Zins geht von Bord

Kreis Heinsberg : Schul-Kapitän Rudi Zins geht von Bord

„Ich bin tief beeindruckt, von dem, was ich hier heute erlebt habe“, lautete der Kommentar von Oberstudiendirektor Rudi Zins nach seiner Abschiedsfeier. Nach 34 Jahren Lehrtätigkeit am Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen trat der Schulleiter in den Ruhestand. Die Zahl der Ehrengäste bei der Feierstunde war groß.

Gabriele Kaspers ist vor wenigen Wochen in die Fußstapfen von Rudi Zins getreten, und so war es die neue Schulleiterin, die den Reigen der Laudatoren mit einer Begrüßungsansprache eröffnete. Landrat Stephan Pusch überbrachte die guten Wünsche des Kreises Heinsberg, des Kreistages und der Verwaltung. Im hessischen Butzbach habe die Wiege von Rudi Zins gestanden, doch schnell habe ihn der Lebensweg an den Niederrhein und später in den deutsch-niederländischen Grenzraum geführt. Schließlich sei Zins 1979 als Lehrer nach Geilenkirchen gekommen und habe sich den damals nicht alltäglichen Schwerpunkt „Wirtschaftsinformatik“ gesetzt. Diese seinerzeit ungewöhnliche und vorausschauende Fächerwahl habe genau dem Weitblick von Rudi Zins entsprochen. 2003 übernahm Zins die Aufgabe des stellvertretenden Schulleiters, bevor er 2006 Leiter des Berufskollegs Wirtschaft wurde. „Ihre ausgleichende, ruhige und zutiefst menschliche Art machte Sie zu einem angenehmen Gesprächspartner“, so Stephan Pusch zu Rudi Zins. Zur Erinnerung an die Zusammenarbeit mit dem Schulträger Kreis Heinsberg übergab der Landrat dem scheidenden Schulleiter Buch- und Weinpräsente sowie einen Blumenstrauß.

 „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, keine Angst, keine Angst, Rudi Zins“, sang das Lehrerkollegium bei der Abschiedsfeier am Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen.
„Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, keine Angst, keine Angst, Rudi Zins“, sang das Lehrerkollegium bei der Abschiedsfeier am Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen. Foto: Georg Schmitz

Aus der Vielzahl der Redner ist noch der Geschäftsführer der ­Industrie- und Handelskammer, Heinz Gehlen, hervorzuheben, der in einer unterhaltsamen und augenzwinkernden Art das Leben von Rudi Zins skizzierte. „Du, lieber Rudi, hast die Herausforderungen mit Bravour gemeistert. Schon ein 80-Personen-Kollegium zu führen, erfordert wegen der vielfältigen pädagogischen Betroffenheit eine Führungskompetenz, die in der Industrie bei einem 500-Mann-Unternehmen gefordert wird“, war nur eine der vielen Spitzfindigkeiten von Gehlen.

Rettungsring von Schülern

Aufgelockert wurden die Redebeiträge vom Auftritt der „Four Monkeys. Dahinter steckten vier Schüler, die mit einer Hip-Hop- Breakdance-Show anhaltenden Beifall ertanzten. „Wir Schüler sehen Ihrem Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen“, meldete sich Schülersprecher Henning Kirchner zu Wort und schenkte dem passionierten Segler Rudi Zins ­einen Rettungsring.

Singendes Lehrerkollegium

Auch das Lehrerkollegium mischte bei der Verabschiedung ordentlich mit und bildete sogar eine Sangesgemeinschaft. „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, keine Angst, keine Angst, Rudi Zins“, tönte es aus vier Dutzend Kehlen. „Unser Kapitän Rudi Zins geht von Bord, es heißt Abschied nehmen“, sagte Lehrerratsvorsitzende Rosmarie Printz, bevor der scheidende Schulleiter selber das Wort ergriff.

Zins schaute zurück auf seine Zeit am Berufskolleg und fragte sich insbesondere, was sich eigentlich in den vergangenen sieben Jahren an der Schule geändert hat. Er zählte eine ganze Reihe von Veränderungen auf, vom Lehrerraumprinzip über den NRW-Computerführerschein für Schüler bis hin zur aktuellen Homepage der Schule. Zins verwies auf seine Rolle als Schulleiter, in der er sich nie als „großer Zampano“ verstanden habe. In Anlehnung an die „Fußballsprache“ sagte er: „Die Leistung wird im Endeffekt nicht vom Trainer oder Vereinspräsidenten erbracht, sondern von der Mannschaft auf dem Rasen.“

(gs)