Kreis Heinsberg: „Schülerinnen und Schüler setzen Grenzen”

Kreis Heinsberg : „Schülerinnen und Schüler setzen Grenzen”

Als „richtigen Weg”, wenn es auch „kein Allheilmittel” sei, begrüßte Landrat Stephan Pusch den Start des Pilotprojekts „Schulschiedsstellen - Schülerinnen und Schüler setzen Grenzen” im Kreis Heinsberg.

Im Kreishaus begrüßten der Landrat, Dezernent Helmut Preuß und Schulamtsleiter Franz Josef Dahlmanns die sechs in Seminaren vorbereiteten Schülerinnen und Schüler aus Übach-Palenberg und Wegberg, die zukünftig in der Schulschiedsstelle aktiv sind, sowie zahlreiche Lehrkräfte und weitere Schülerinnen und Schüler.

In einigen Gesichtern erkannte der Landrat „Neugierde und auch etwas Skepsis”. An die Schulen appellierte er, „die Fälle dorthin zu bringen, die auch wirklich hingehören”. So könne die Schiedsstelle einberufen werden, wenn es um Vorfälle in der Schule, in deren Umfeld oder innerhalb der Schülerschaft gehe.

Immer dann, wenn ein Regelverstoß nicht nach dem Schulgesetz geahndet werden solle und der Anlass diese alternative Konfliktlösung mit Gesprächen, Bewertung und Sanktionierung erlaube. Denn nach Ansicht der Projektinitiatoren verspricht positiver Einfluss von Gleichaltrigen bei manchen Schülern mehr Erfolg als erzieherisches Einwirken oder Ordnungsmaßnahmen von Erwachsenen.

Bei der Informationsveranstaltung wurde immer wieder betont, dass die Schiedsstelle keine Adresse für Drogendelikte oder andere polizeilich zu verfolgenden Taten sei. Den Schülern solle auch klar gemacht werden, dass es für sie eine Chance sei. „Denn sobald die Polizei ins Spiel kommt, ist das Schiedsstellenteam raus”, erläuterte Mita Ohlendorf vom Schulministerium, das bereits im nächsten Jahr eine flächendeckende Einrichtung von Schulschiedsstellen plant.

Es geht um Fehlverhalten wie beispielsweise Beleidigungen gegenüber Schülern und Lehrern, Rangeleien im Schulbus, unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht oder häufiges Stören. Klärende Gespräche sollen helfen, die Schüler zur Einsicht und zu sozialverträglichen Verhalten zu bringen.

Die Botschaft der Schulschiedsstellen lautet: „Wir reagieren und gucken nicht weg!” Es soll bewirkt werden, dass die „Beschuldigten” ihre Fehler einsehen und sich in Zukunft sozial angemessen verhalten. Mögliche Sanktionen sind Entschuldigungen, Schadensersatz aus Taschengeld, Handyverbot oder Wiedergutmachung durch bis zu 20 Sozialstunden wie Reinigungsarbeiten.

Schulamtsdirektor Josef Lemoine erinnerte an die erheblich veränderte Situation in den Schulen. Das Pilotprojekt könne eine wichtige Hilfe sein, rechtzeitig ins Gespräch zu kommen.