Kreis Düren: Schüler glänzen mit vielseitigen Fähigkeiten

Kreis Düren : Schüler glänzen mit vielseitigen Fähigkeiten

Es gibt auch gute Nachrichten aus der Schule. Was vor sechs Jahren ein Plan einiger Dürener Schulleiter war, ist heute ein etabliertes Projekt, unterstützt von den Vereinigten Industrieverbänden in Düren, Jülich und Euskirchen (VIV): Die Förderung besonders begabter und leistungsstarker Gymnasiasten.

Das Projekt basiert auf zwei Säulen: Die eine ist die Gruppenarbeit, in der interessierte Schüler in Arbeitsgemeinschaften gemeinsam und unter Anleitung engagierter Lehrer in bestimmten Themengebieten forschen. Hier ist die große Mehrzahl der beteiligten Schülerinnen und Schülern beschäftigt. Das zweite Element ist die Unterstützung so genannter Schülerstudenten. Diese belegen bereits vor dem Abitur Vorlesungen an der Uni, Fahrtkosten und Geld für Bücher werden ihnen erstattet.

Einer dieser Schülerstudenten ist David Mülheims aus Jülich. Schon vor zwei Jahren hatte der heute 19-Jährige an der Astronomie-AG von Lehrer Witold Franke am Gymnasium Haus Overbach teilgenommen. Mathematik und Physik sind seine Fachgebiete - mehr noch: seine Hobbys. „Ich interessiere mich einfach dafür”, sagt er und erklärt damit, warum er manches Wochenende mit Zahlen und Gleichungen verbringt, anstatt seine Freizeit anders - man könnte auch sagen: altersgerechter - zu verbringen.

Dass die Wissenschaft eben manchmal in Konkurrenz zur Disko tritt, hat er schon vor zwei Jahren erkannt. Dass sie aber mindestens genau so viel Spaß machen kann, weiß er auch.

Frankes Astronomie-AG hat auch in diesem Jahr wieder interessante Ergebnisse hervorgebracht, professionell vorgestellt von Schüler Dominik Klaes in einem Vortrag über die Geheimnisse der Radioastronomie. Er gehört zu einer von 13 Gruppen aus den Kreisen Düren und Euskirchen, die auf der Abschlussveranstaltung im Haus der Evangelischen Gemeinde in Düren ihre Ergebnisse präsentierten.

Wichtige Präsentation

Denn nicht Forschungsarbeit lernen die Schüler im Begabtenprojekt, auch die richtige Präsentation ist wichtig. Die Zeiten, in denen Ingenieure im stillen Kämmerlein tüftelten, seien längst vorbei, sagte Wilfried Fourn? von der RWE AG in Essen. Die ist nicht ganz uneigennützig Co-Sponsor des vom VIV organisierten Projekts. „Im Bereich der Ingenieure wird es einen eklatanten Mangel geben”, sagte er an die Jugendlichen gerichtet. Einigen Firmen gehe es jetzt schon so, dass Stellen nicht mit geeignetem Personal besetzt werden könnten. Einen Appell richtete Fourn? deshalb vor allem an die anwesenden die Schülerinnen: „Studiert Naturwissenschaften!”

Das Projekt zur Begabtenförderung ist allerdings auch offen für andere Fachrichtungen, auch wenn Biologie, Chemie, Mathematik oder Physik deutlich überwiegen. 10 von 13 Themenschwerpunkten betrafen diese Bereiche. Dass es auch anders geht, bewisen die Schüler des Stiftischen Gymnasiums Düren, die sich mit der hohen Kunst des richtigen Argumentierens beschäftigt hatten. Das Ergebnis präsentierten sie gekonnt auf der Bühne: eine nachgestellte Diskussion zwischen Vertretern von Umweltverbänden und Autolobby - die anschließende Fehleranalyse gab es inklusive.


Schon über 700 Teilnehmer dabei

Mehr als 700 Schülerinnen und Schüler aus den Kreisen Düren und Euskirchen haben in den vergangenen sechs Jahren am Projekt Begabtenförderung des VIV teilgenommen.

In diesem Schuljahr waren es insgesamt 116 Teilnehmer aus 11 Gymnasien.

Auch im kommenden Schuljahr wird es das Projekt wieder geben. Der VIV und Co-Sponsor RWE haben ihre Zusagen zur Unterstützung bereits gegeben.