Wassenberg-Orsbeck: Schrullige Tanten lassen die Lachtränen kullern

Wassenberg-Orsbeck : Schrullige Tanten lassen die Lachtränen kullern

„Küsse für die Tanten”, gab es zwar auch, doch noch mehr Beifall für den Schwank von Erika Elisa Karg, in Szene gesetzt vom Rurauen-Theater-Verein Orsbeck-Luchtenberg.

Drei Tage lang war die Orsbecker Mehrzweckhalle ein „ausverkauftes Haus”.

Die Zuschauer amüsierten sich köstlich und sparten nicht mit stürmischem Beifall für die Akteure, die am Ende einer jeden Vorstellung gefeiert wurden. Das lag einmal am Spielwitz der Akteure, aber auch an der perfekten Besetzung der Rollen.

Das „Tanten-ABC” Alma, Berta und Christa Jung als die Titelheldinnen wussten Monika Matzerath, Betty Lind und Ellen Gerighausen perfekt zu verkörpern.

Altmodisch, sparsam bis zum Geiz, stets im Gänseschritt marschierend, schlüpfte das genannte Damentrio des Orsbecker Theatervereins gekonnt in die von der Autorin konzipierten Rollen.

Da verwunderte es nicht, aber erheitertet das Publikum, dass diese Tanten, für die die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, ihren jungen Neffen Timo „Buby” nennen.

Dieser Neffe Timo (Kai Bennett) besucht mit seiner Freundin Heike (Kerstin Zawieja) in den Semesterferien die Tanten, die er eigentlich - trotz ihrer Schrullen - recht gerne mag. Verschwiegen wird von dem jungen Pärchen, dass sie auf einem Motorrad angereist sind - um die besorgten Tanten nicht zu beunruhigen.

Die Maschine wird beim verständnisvollen Nachbarn Fritz (Achim Wierschin) versteckt, die Klamotten hinterm Sofa.

Im wahrsten Sinne des Wortes „kriminell” wird die ganze Sache durch einen Banküberfall, der von einem vermummten Motorradduo verübt wird.

Nun kann man sich fast ausmalen, was kommt. Der Dorfpolizist (Stefan Beckers) ermittelt, und die jungen Leute geraten in Verdacht.

Dafür sorgt nicht zuletzt Klatschtante Gerda Vogel, der Inge Wittkowski ihr ganzes Temperament leiht.

Grandios, wie sie sich ständig in die Handlung einbringt. Da kracht immer wieder das Wohnzimmerfenster auf und die Klatschtante hängt drin, um sich einzumischen.

Eine Ohnmacht, bei Alma von Fritz mit einem Schnaps und bei Berta mit Mund-zu-Mund-Beatmung durch Max (Hans Stolingwa) als „erste Hilfe” erfolgreich bekämpft, bringt die Tanten auf den „weltlichen” Geschmack.

Dass Heikes Vater Paul (Karl-Heinz Lind) dann noch mit dem angeforderten Kripo-Beamten verwechselt wird, sorgt für zusätzliche „Ängste” bei den Tanten, auf der Bühne für Klamauk und im Publikum für manche Lachtränen.

Klar dass sich am Ende alles in Wohlgefallen auflöst, die richtigen Täter gefasst und die Tanten mit modernster Technik für den Haushalt beschenkt werden und sich alle in den Armen liegen.

Die Fäden der Regie zog Gabi Hlavsa, assistiert von Kerstin Zawieja. Als Souffleuse im „schwarzen Kasten” gab Renate Hochmuth den zehn Akteuren auf der Bühne Textsicherheit.

Dafür, dass die Tanten so schrullig, die Nachbarin so kiebig und der Polizist so adrett aussahen, sorgten in der Maske Margie Hermanns und Rita Schultewolter, während Iris Malter für die Requisiten zuständig war. Für die Technik übernahm Kai Hochmuth die Verantwortung.