Hückelhoven: Schornstein fällt wie ein Strich

Hückelhoven : Schornstein fällt wie ein Strich

Er fiel ziemlich unspektakulär, wie ein Strich in der Zechenlandschaft, der 90 Meter hohe Schornstein der Brikettfabrik. Viele Schaulustige wollten sich das Spektakel am Donnerstagnachmittag nicht entgehen lassen.

Dreimal erklang das Warnsignal, dann ein Knall, ein Strich - und von dem Schornstein war nur noch ein Häufchen Schutt zu sehen. Sprengmeister Hermann Havekost aus Geldern hatte offensichtlich gute Arbeit geleistet und die 36 Sprenglöcher optimal positioniert.

Die Feuerwehr mit ihrem kompletten Zug I, die Polizei und viele Medienvertreter erlebten einen reibungslosen Ablauf der Sprengung, mit der wieder ein Stück Industriegeschichte in Hückelhoven begraben wurde. Mit gemischten Gefühlen verfolgte Franz-Josef Sonnen, langjähriger Gewerkschaftsvorsitzender von Sophia-Jacoba, die Aktion. Wichtig sei es jetzt, das Fördergerüst Schacht III zu erhalten, meinte Sonnen.

Die Erinnerung an die Zeche dürfe nicht verblassen. Jetzt müsse man sich Gedanken machen, wie man das frei gewordene Gelände gestaltet. An Ideen mangelt es Sonnen und seinen Leuten nicht. Er sprach von einem Freizeitgelände mit dem Fördergerüst im Mittelpunkt. Schmunzelnd wollte er das Gelände auch freigehalten wissen für neue Kohleförderung, da noch 400 Millionen Tonnen Kohle unter der Erde lägen. Vom Kamin der Brikettfabrik blieb jedenfalls nur noch ein kleiner Haufen Schutt zurück.