Selfkant: Schon 195 Unterschriften gegen Teuderion

Selfkant : Schon 195 Unterschriften gegen Teuderion

Die Initiatoren gegen das Projekt „Teuderion” (Seniorenstadt) auf dem Gelände der ehemaligen Löwensafari hatten nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet.

Man hatte zur geführten Naturschutzwanderung geladen, wollte so die Protestwelle gegen das Projekt weiter forcieren. Rund 250 Selfkäntler waren gekommen, am Ende zählte die Initiative 195 Unterschriften gegen das Vorhaben der Gemeinde.

Vor der Wanderung gab Dorothee Teschers aus Tüddern einen Bericht über den „Stand der Dinge”. Dabei gab die Initiative klar zu erkennen: Man ist nicht gegen dieses Projekt, sieht den Standort im Landschaftsschutzgebiet Westerheide aber als nicht ideal an.

„Wir möchten unser Stück Natur in der Westerheide erhalten”, so Teschers. Ziel sei es jetzt, schnellstens einen Bürgerantrag zu stellen, damit „die Sache noch einmal durch den Rat gehen muss”.

Um die 500 Unterschriften sollen baldmöglichst noch zusammenkommen. Für ein Bürgerbegehren sei es zu spät. Hier sahen viele eine „Hinhaltetaktik” der Gemeinde.

„Die wollten uns für dumm verkaufen. Die Selfkant-CDU hat sich vom Bürger weit weg entwickelt; man hat uns bewusst dummgehalten”, kamen bittere Worte von Gottfried Engeldahl aus Höngen. Am Stand der Initiative entbrannte eine lebhafte Diskussion, bei der auch eingefleischte CDU-Wähler ihre Partei in Frage stellten.

Franz Diecks aus Schalbruch sah „Bewegung in die politische Landschaft gekommen”. Nun sei auch die Gemeinde gefordert. „Ich möchte schon als Bürger des Selfkantes wissen, welche Einstellung und Zukunftsgedanken die Politiker haben und wer sich für uns Bürger einsetzt.”

Der Ärger der Selfkantbewohner richtet sich an die Gemeindeverwaltung, die nicht alle Informationen rechtzeitig offen gelegt habe. Als die Gemeinde vor Wochen das Projekt vorgestellt habe, seien im Grunde fertige Pläne präsentiert worden.

Während der Vorstellung im Rathaus sei der Eindruck entstanden, dass durch das Projekt „Teuderion” der gesamte Selfkant profitieren könne und sogar neue Arbeitsplätze geschaffen würden.

Die erste Euphorie sei dann schnell bei den Bürgern verflogen durch spätere Aussagen von Kämmerer Werner Jans und dem Projektmanagement der Bauentwicklungsfirma Jongen (NL). Im Selfkant bestehe die Angst, dass im geplanten Senioren- und Wellnesspark mit Hotelressort ein Art niederländisches Dorf mitten im Selfkant entstehe.

„Das Naherholungsgebiet des Selfkantes wird durch die vorgesehene Fertigstellung von 128 Appartements, 21 Penthäusern, einem Hotel (120 Zimmern) und 60 Altenwohnungen entstellt. Alle geplanten Gebäude sind mehrstöckig. Mitten im Wald sollen auf einer Gesamtfläche von 160.000 qm rund 600 Menschen neu angesiedelt werden”, gab die Initiative Infos an die Teilnehmer der Naturwanderung.

Es werde befürchtet, dass nach Fertigstellung das Waldgelände nicht mehr für jedermann zugängig sei.