Erkelenz: Schönheits-OP wegen Aussehen und Charakter

Erkelenz : Schönheits-OP wegen Aussehen und Charakter

Die Grundsatzentscheidung zur Umgestaltung der Kölner Straße in einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich” ist bereits 2002 von der Politik beschlossen worden.

Jetzt geht es um die Umsetzung des Beschlusses in einen Plan und der anschließenden Realisierung in mehreren Bauabschnitten.

Die Planung zur Kölner Straße und die vorgesehenen Änderungen stellte die Verwaltung Interessierten im Alten Rathaus vor.

Die meisten Bürger können sich mit den Überlegungen des Technischen Beigeordneten Ansgar Lurweg und des Planungsbüros Jahnen durchaus anfreunden.

„An der Kölner Straße muss dringend gehandelt werden, auch wegen der Leerstände im oberen Bereich”, meinte der Technische Beigeordnete.

In drei Bauabschnitten will die Stadt die Umgestaltung realisieren. Dabei muss sie vom ursprünglichen Plan Abstand nehmen, der vorsah, mit der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes zu beginnen, anschließend die Kölner Straße umzubauen und danach eine so genannte „hintere Andienung” über den Heinrich-Jansen-Weg zu schaffen.

Dass das Land wegen seiner chronischen Geldnot nicht in der Lage ist, die Zuschussförderung für den Bereich des Bahnhofsvorplatzes zeitnah zu bewilligen, haben Stadt und Planer die Zeitschiene verändert.

So wird es zunächst im Bereich des Heinrich-Jansen-Weges Veränderungen geben. Der Weg soll von einer neuen Zufahrt vor dem Amtsgericht zweispurig bis zur Tenholter Straße geführt werden.

Der schon seit vielen Jahren gewünschte Durchstich zur Tenholter Straße ist möglich geworden, nachdem die Stadt die erforderlichen Grundstücksparzellen erwerben konnte. Im Bereich des Heinrich-Jansen-Weges ist außerdem an eine Ausweitung des Stellplatzangebotes gedacht - ob als Parkdeck oder Tiefgarage, ist dabei noch nicht geklärt.

Bereits im Herbst will die Stadt mit diesem Bauabschnitt beginnen. Ab dem Frühjahr 2004 soll in einem zweiten Bauabschnitt die Kölner Straße in den Mittelpunkt der baulichen Aktivitäten rücken. Nicht vor 2005 könnte die Umgestaltung des Busbahnhofes und des Bahnhofsvorplatzes an der Reihe sein.

Mit 660 000 Euro rechnet Lurweg an Baukosten, „dabei gehe ich davon aus, dass es für die Anlieger der Kölner Straße keine Kosten geben wird”, betonte er.

Was an der Kölner Straße passieren soll, erläuterte Planer Jahnen: Die Trennung zwischen Gehwegen und Straße wird aufgehoben. „Niveaugleich” soll mit Ziegel- und Betonpflastersteinen die Trennung zwischen Fußgängern und Autoverkehr ermöglicht werden.

In einem neuen, von Jahnen „Erkelenzer Modell” genannten Ausbau soll die vier Meter breite Fahrbahn abschnittsweise versetzt werden, so dass Autofahrer gezwungen sind, immer wieder kleine Kurven zu fahren.

Dadurch könne erreicht werden, dass die Geschwindigkeit auf weit unter 30 Stundenkilometern reduziert werde. Durch diesen Ausbau bleibe genügend Platz vor den Geschäften, um dort Waren zu platzieren, Fußgänger hätten ebenso Raum wie Radfahrer.

„Möglich wird die Veränderung auf der Kölner Straße auch dadurch, dass es uns gelungen ist, den Busverkehr umzuleiten.” Bis zu 170 Busse fahren täglich durch die Straße, sie werden demnächst den Heinrich- Jansen-Weg benutzen.

Unvermeidlich sei es, die Zahl der 50 Stellplätze auf der Kölner Straße um maximal 20 zu reduzieren. Es gebe aber genügend Raum für Pkw am Heinrich-Jansen-Weg, meinte Lurweg, der damit auch auf die Kritik von Anliegern reagierte, die meinten, sie hätten ein Anrecht auf einen Parkplatz vor ihrer Wohnung.

Für Lurweg ist die vorgestellte Planung ein Kompromiss, in dem viele Vorschläge und Ideen aus den Bürgeranhörungen eingeflossen sind. Einige Wünsche seien nicht erfüllbar, deshalb werde es auch immer Kritik geben.