Kreis Düren: Schnelles Internet bis in letzten Winkel des Kreises bis 2020

Kreis Düren : Schnelles Internet bis in letzten Winkel des Kreises bis 2020

Bis 2020 sollen alle Hausanschlüsse im Kreis Düren über eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 30 bis 50 Mbit/Sekunde, in manchen Gebieten bis zu 100 Mbit, verfügen können. Gewerbegebiete profitieren gar von Anschlüssen mit bis zu einem Gigabit — und auch alle 106 Schulen im Kreisgebiet werden dieses „denkbar schnellste Internet“ nutzen können.

Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) gab am Mittwoch zudem bekannt, dass auch die letzten fehlenden 3000 Anschlüsse in den ländlichen Gebieten dank Fördergeldern ausgebessert werden.

Man kann sagen: endlich — denn die Breitbandinitiative des Kreises läuft nun schon seit mehreren Jahren. Als im September 2016 dann der Förderbescheid von Bund und Land in Höhe von 30 Millionen Euro einging, propagierte der Kreis den Durchbruch. Das Fördergeld sollte Telekommunikationsunternehmen dabei unterstützen, gerade den ländlichen Raum mit schnellerem Internet zu versorgen. Denn in den weniger bevölkerten Gebieten ist es aus Sicht der Unternehmen nicht wirtschaftlich, den Netzausbau selbst zu finanzieren.

Dass der Kreis erst jetzt mit der Telekom und dem Birkesdorfer Unternehmen Soco Net verkündet, dass die Netze dank der Förderung ausgebaut werden, liege an den aufwendigen — teils „wirklichkeitsfremden“ — Auflagen in dem Prozess, teilte Spelthahn mit. Und da die Unternehmen sukzessive Eigenausbau im Kreis betrieben hätten — also den Bedarf geändert —, „mussten wir immer aufs Neue mit dem Ausschreibeverfahren beginnen“.

Für alle Beteiligten lästig, für den Steuerzahler entlastend: Denn die ursprünglich 30 Millionen Euro Förderung sind auf 12,6 Millionen Euro geschrumpft. „Jetzt sind wir aber da, wo wir hinwollen“, betonte Walter Weinberger, der das Amt für Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung leitet.

Telekom-Vertreter erklärten, warum das Unternehmen nicht alle Gebiete selbst ausbaut: Die Kosten würden im Vergleich zu städtischen Lagen um 3000 bis 10.000 Euro pro Haushalt teurer werden.

Über 30 Mbit/Sekunde sollen alle Anschlüsse verfügen können, 99 Prozent über 50 Mbit und acht Prozent über ein Gigabit. Diese Haushalte profitieren von Glasfaserkabeln, die direkt ins Gebäude gelegt werden. Alle Kommunen, außer die im Haushaltssicherungskonzept, müssen je nach Finanzlage einen Eigenanteil tragen.

Nach der aktuellen Förderphase soll nach 2020 das Glasfasernetz mit einem neuen Programm weiter ausgebaut werden. „Bei 30 bis 50 Mbit/Sekunden in allen Haushalten kann nicht Schluss sein, weder im Kreis Düren noch in Deutschland. Schnelles Internet bedeutet Chancengleichheit für den ländlichen Raum und ist ein Standortfaktor“, sagte Spelthahn, der monierte, dass mit den erst angesetzten 30 Millionen Euro nicht direkt der Glasfaserausbau in Angriff genommen wurde.

Soco Net hat in den vergangenen beiden Jahren 31 Orte im Kreis in Eigeninitiative ausgebaut, elf davon in der Gemeinde Nörvenich, aktuell ist Kreuzau am Zug.

Die Telekom hofft nach eigener Aussage darauf, flächendeckend eine moderne Fräßmethode wie jüngst in Hasenfeld nutzen zu können: 200 Meter Kabel wurden in zehn Minuten erneuert — ein Bagger würde für einen Kilometer anderthalb Tage brauchen. Der kreisweite Ausbau dauert mindestens zwei Jahre, weil die Unternehmen dank der Förderung bundesweit aktiv werden — und die ohnehin gefragten Tiefbaufirmen noch begehrter werden.

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