Kreis Heinsberg: Schlemmer-Markt: Ein tolles Publikum, das etwas vom Essen versteht

Kreis Heinsberg : Schlemmer-Markt: Ein tolles Publikum, das etwas vom Essen versteht

„Es war wieder eine richtig gelungene Veranstaltung“, zog Organisator Hans Brender am Sonntagabend, als der 22. Schlemmer-Markt Rhein-Maas in Wassenberg ausklang, zufrieden Bilanz. Der Besuch am Donnerstag und Samstag sei „sensationell“ gewesen, aber auch am Freitag und Sonntag seien viele Gäste gekommen. „Wassenberg hat sich wieder einmal als Wallfahrtsort für Schlemmer-Freunde erwiesen.“

Rainer Hensen von der Burgstuben-Residenz in Randerath schnippelte am Samstag am „Two-Face-Steak“. Es entstand ein Tatar, das mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit einer fruchtigen Salsa bestrichen wurde. Die andere Seite des Fersenfilets, das „zweite Gesicht“, kam wie ein normales Steak in die Pfanne. Der Sternekoch sah entspannt aus bei dieser Arbeit. Ob er selber denn auch schon was gegessen habe? Er schmunzelte: „Nein, heute Nacht um 2 Uhr, wenn ich zu Hause bin, dann kommt der Hunger.“

Die drei Weishaupt-Schwestern: Elke (l.) und Ute (r.) wurden am Stand vom Alten Brauhaus unterstützt von Brigitte (Mitte). Foto: defi

Wie jedes Jahr sei es voll, freute er sich über die vielen Gäste, die vor seinem Kochzelt schmausten und offensichtlich seine Kunst zu schätzen wussten. „Wir haben hier ein tolles Publikum, das etwas vom Essen versteht. Bei anderen Festen hat man oft mehr Seher als Esser.“ Service und Küchenbrigade seien beim Schlemmer-Markt in Wassenberg gefordert. Warum tut man sich das an? Hensen: „Das ist jedes Mal eine Herausforderung. Nach vier Tagen sagt man: ,Nie wieder!‘ Dann brauche ich zwei Tage Erholung. Und wenn man das hat sacken lassen, sagt man: ,Ich komme wieder.‘ Denn so nah am Publikum ist man sonst nicht.“

Ger Meijers (Kasteel Daelenbroeck) servierte, was sein Haus und Haus Wilms für die Gäste gezaubert hatten. Foto: defi

Einige Zelte weiter residierten die Schwestern Elke und Ute Weishaupt. Sie führen das Alte Brauhaus in Unterbruch. „Zwei junge Hühner im Alten Brauhaus“, lachte Elke Weishaupt. Beide Schwestern kennen die Sterneküche. Elke hat in Eilendorf ein Sterne-Restaurant geführt; Ute bei Rainer Hensen als Köchin gearbeitet. Die Zubereitung frischer Produkte gehört zum Qualitätsanspruch. Die „zwei jungen Hühnern“ freuten sich über das „riesige“ Interesse an ihren Kaninchen-Ravioli mit Pfifferlingen oder den getrüffelten Kohlrabi.

Kreissparkasse Heinsberg und NEW / West — beide bedeutsame Sponsoren des Marktes — luden in ihrem Zelt zu einer deutsch-­niederländischen Schlemmerreise mit Haus Wilms aus Effeld und Kasteel Daelen­broeck aus Herkenbosch ein. Birgit Wilms-Regen, die zusammen mit Ger Meijers den Service leitete: „Küche und Service haben wir deutsch-niederländisch aufgeteilt, das war ganz lustig; manche Dinge drücken sich in den Sprachen doch verschieden aus. Es ist ein schönes Hand-in-Hand-­Arbeiten.“ Die regionalen Produkte bereiteten Peter Regen (Wilms) und Greg Bodegom (Daelen­broeck) zu.

Selbst Gäste aus der Pfalz lockte der Schlemmer-Markt an. „Wassenberg, wo ist das denn?“ So hätten ihn seine Kunden auf seinem Weingut in Neustadt gefragt, erzählte Patrick Lagas. Dieses Jahr seien sie ihm nach Wassenberg gefolgt. „Obwohl wir am Wochenende unser Hoffest feiern, habe ich es mir nicht nehmen lassen, nach Wassenberg zu kommen. Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem Schlemmer-Markt.“

(defi/disch)