Schlaflos durch den Dezember? Die Suche nach dem besten Adventskalender

Schlaflos durch den Dezember? Die Suche nach dem besten Adventskalender

Konntet ihr auch so schlecht schlafen? Kein Auge habe ich seit Tagen zugemacht! Denn ER steht vor meiner Tür und erwartet mich jeden Morgen. Ich spreche — ihr wisst das — von meinem Adventskalender! Kindisch? Von wegen. 75 Prozent der Deutschen haben einen Adventskalender, sagen Umfragen. In den vergangenen Jahren ist ein regelrechter Adventskalender-Hype entstanden. Und sagen wir mal ab Mitte September gibt es fast nur noch eine existenziellen Frage: Welchen Adventskalender will ich haben?

Schlicht aus Pappe oder kunstvoll kreiert — eins haben sie alle gemeinsam: Das sind die 24 Türchen. Für mich sind das 24 schlaflose Nächte. 24 Mal sehnsüchtig auf den Wecker warten. 24 Mal Hochspannung — darauf, was mich da wohl erwartet. Kalenderkenner diskutieren natürlich über den optimalen Nervenkitzel.

Der Inhalt ist das Gesprächsthema Nummer eins in der gesamten Adventszeit. Auf Schulhöfen beim gemeinsamen Pausenbrot stellt sich nur die Frage: „Was war denn heute in deinem Kalender?“ Und wenn sich am Heiligen Abend nicht der absolute Superkracher hinter dem überdimensioniert großen Türchen mit der verheißungsvollen 24 darauf verbirgt, ist das ganze Fest natürlich ein Reinfall.

Kein Wunder, dass die Entscheidung schwerfällt, welchen Kalender man sich zulegen soll. Glücklicherweise kommen einem Supermärkte und Co. einen riesigen Schritt entgegen und präsentieren ihr Sortiment schon ab Anfang September. So bleibt genügend Zeit zum Abwägen aller Vor-, Nach- und Kleinteile eines jeden Kalenders. Wer schlau ist, sichtet das Sortiment also früh und sichert sich den besten Kalender, bevor die ungeschulte Masse Ende November über die Läden herfällt (als kleiner Tipp fürs nächste Jahr).

Also wofür entscheiden? Bringt der „Darth Vader“-Kalender die Aufregung im Adent? Der Teekalender mit einem neuen Geschmack an jedem Tag? Der Selbstgemachte von Oma, Mama oder Freundin mit liebevollen Aufmerksamkeiten? Oder ist weniger mehr, und der Schoko-Kalender das Maß der Dinge?

Bei dieser ganzen Sucherei bekommt man nicht selten auch einige exotische Exemplare in die Finger. Welchen Sinn wohl ein Schokokalender hat, der Ende November abläuft? Selbst mir als Kennerin der Materie hat sich dieses Novum im Supermarkt-Sortiment nur nach einigem Überlegen erschlossen. Dieser Kalender hat natürlich den Sinn, die Wartezeit auf den Adventskalender zu versüßen. Ist doch klar.

Auch dieses Jahr war meine Entscheidung schwer. Doch sie ist gefallen. Seit ich das letzte Türchen meines Voradventskalenders geöffnet habe, hält mich jeden Tag eine wahre Galerie an Kalendern vom nächtlichen Schlaf ab: ein Kosmetikkalender mit kleinen Pröbchen, ein Kalender, der jeden Tag einen Halbedelstein zum geschmackvollen Dekorieren enthält, der Kalender für Anti-Naschkatzen mit kleinen Chips- und Knabbertütchen für den Abend vor dem Kamin und selbstverständlich ein Pralinenkalender. So habe ich nicht nur für einen unschlagbaren Preis täglich einen Zugewinn an Lebensqualität, sondern kann mich jede Nacht sogar fünffach auf den nächsten Morgen freuen. Hoffentlich ist spätestens am 24. Dezember Abdeckcreme im Kosmetikkalender — um zum Weihnachtsfest die Augenringe zu kaschieren.