Wegberg: Schimmelpilzbefall in Obdachlosenwohnung

Wegberg : Schimmelpilzbefall in Obdachlosenwohnung

Eigentlich sollte es nur eine Mitteilung der Bürgermeisterin Hedwig Klein am Beginn der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses werden. Doch dann entwickelte sich ihre Stellungnahme zum offenen Brief der Wegberger Tafelgründerin Gabriele Jansen zu einer regen Diskussion.

Jansen hatte die Zustände in den städtischen Obdachlosenunterkünften bemängelt und ein Gutachten eines Düsseldorfer Ingenieurbüros beigefügt, in dem der Schimmelpilzbefall in einer Wohnung am Dalheimer Philosophenweg als gesundheitsschädlich bezeichnet worden war.

Klein erklärte, das Thema der Obdachlosenunterkünfte würde nach der Sommerpause auf die Tagesordnung genommen. Darüber hinaus habe sie konkrete Informationen aus dem Schreiben an den zuständigen Fachbereich weitergeleitet. Der Befall sei jedoch nicht, wie im Gutachten dargestellt, auf bauliche Mängel zurückzuführen, sondern auf fehlerhaftes Heiz- und Belüftungsverhalten der Bewohner.

Klein verwies auf den Technischen Beigeordneten Rudolf Fabry, der von dem Besuch eines Mitarbeiters in der betreffenden Wohnung berichtete. Von beschlagenen Brillengläsern beim Betreten der Wohnung und der Weigerung der Bewohner „regelgerecht” zu lüften, war da die Rede. Bauliche Mängel seien nicht festgestellt worden.

Gesundheitsgefahr

Daraufhin hob der Grüne Markus Groß die beschriebene und offensichtlich durch bauliche Mängel hervorgerufene Gesundheitsgefahr für die Bewohner hervor und fragte, ob erst eine Strafanzeige wegen Körperverletzung zur Behebung dieser Mängel beitragen würde.

Für die CDU betonte Reinhold Pillich, man sehe Handlungsbedarf und suche nach einer Gesamtlösung. Dem schloss sich Harald Kersten von der SPD an, der eine „vernünftige” Beratungsvorlage einforderte. Mit einer Mitteilung der Bürgermeisterin sei es nicht getan.

Klein betonte, dass gehandelt werde, wo direkter Handlungsbedarf bestehe und verwies wiederum auf Fabry, der eine umgehende fachgerechte Behandlung der schimmelbefallenen Flächen ankündigte. Fabry blieb bei der Feststellung, der Schimmelbefall sei durch falsches Belüften durch die Bewohner selbst verursacht worden.

Gabriela Jansen, deren Brief die Diskussion ins Rollen gebracht hatte, kündigte an, sie werde weiterhin auf die ihrer Meinung nach „unhaltbaren Zustände” in Wegberg hinweisen.