Schießausbildungsstelle die modernste in NRW

Schießausbildungsstelle die modernste in NRW

Kreis Heinsberg. Kreisdirektor Peter Deckers begrüßte am Dienstagnachmittag einige Gäste in der Schießhalle, die nach den neuesten Erkenntnissen umgebaut wurde.

Ein herzlichen Willkommen gab es für Harald K. Lange vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb, Willi Heinrichs als Leiter der Verwaltung sowie Heinrich Huben als Leiter der Fortbildungsstelle in Sachen Schießausbildung der Kreispolizei Heinsberg.

Die vier „Schießtrainer” Frank Strothkämper, Jürgen Heitzer, Volker Frambach und Dietmar Falatik freuen sich wie Peter Decker über die neue Anlage. Die Zauberformel heiß „RIVZA” - rechnerunterstützte interaktive Video-Zieldarstellungsanlage.

Seit November wurde die Schießhalle umgebaut, präsentiert sich als modernste Anlage in NRW. Die Gesamtkosten bezifferte der Kreisdirektor auf etwa 65 000 Euro.

Bisher mussten die Fortbildungstrainer im Rahmen der Schießausbildung der Polizeibeamten/innen (mindestens dreimal jährlich) entweder auf aufgeklebte Zieldarstellungen oder auf über Diaprojektoren projizierte Zieldarstellungen zurückgreifen. Diese Zeit ist nun vorbei, jetzt können die „Trainer” durch den Einsatz von RIVZA ein interaktives Training mit ihren Kollegen/innen durchführen.

Möglich macht dies die Videoanlage. Herzstück der Anlage ist der Videobeamer, dieser produziert das Bild auf einer Leinwand. Dietmar Falatik sah nun eine praxisnahe Schießausbildung.

Der „Trainer” kann auf dem Monitor auch den Schützen per Videokamera beobachten, wie dieser in der Situation reagiert. Anschließend kann kam gemeinsam den Einsatz begutachten.

Eine Infrarotkamera zeigt die Treffer an, zeigt aber auch gleich Fehlschüsse an. Sehr realistisch wird der Beamte/in mit der Situation konfrontriert.

Als Beispiel wurde ein Bankraub gemeldet, die Täter flüchteten in ein benachbartes Waldstück. Die Beamte nähern sich wie im Einsatz der Baumzone. Dabei kann der Trainer die Sache steuern, läßt entweder die hinter den Bäumen versteckte Personen hervortreten oder hervorspringen.

„Ein Ziel ist es für die Kreispolizei Heinsberg, hier selbst ortsbezogene Videos anzufertigen, jedoch ist dies sehr kostspielig. Dies könnte bei einem möglichen Einsatz von Vorteil sein”, sprach Dietmar Falatik Wünsche aus.

Ferner kann über Lautsprecher in der Schießhalle eine Stresssituation eingespielt wie zum Beispiel laute Musik, Schreien oder sonstige Geräuschkulisse.

Ein weiterer Prachtstück ist das blaue Zimmer. Hier können zum Beispiel Szenen häuslicher Gewalt nachgestellt werden. Per Videokamera ist das Zimmer zusehen. In einem Nebenraum sind Kameras auf dieses Zimmer gerichtet.

Betritt man das blaue Zimmer, werden diese Bilder für den Polizisten/in sichtbar. Bereits bei der Vorführung wurde sichtbar, wie schwer es ist um zu erkennen, ob die Person im Zimmer eine Waffe in der Hand hat oder nicht.

„Die jeweilige Szene wird bis ins letzte Detail durchgespielt. Mit dem Schuss womit ein möglicher Täter zu Boden gestreckt wird endet die Sache nicht. Hier muss auch notfalls erste Hilfe geleistet werden und der Einsatz wird bis zum Schluß

durchgespielt, auch hier werden die Beamten per gesonderter Vidoekamera selbst beobachtet”, so Dietmar Falatik und sieht hier einen großen Vorteil gegenüber der früheren Ausbildung. „Wir wollen auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass die Polizei als „schießwütig” dargestellt wird.

Die Schießausbildung gehört nun mal zum Polizeidienst. Unsere Zielsetzung lautet auch durch diese moderne Art der Videoeinspielung nach Möglichkeit vom Gebrauch der Schusswaffe abzusehen. Wir hoffen dass durch diese Ausbildung die Kollegen vor Ort mit den teilweise schwierigen Stresssituationen leichter umgehen”, so Dietmar Falatik.