Wegberg: Schaufeln ebnen den Weg zur Bürgerhalle

Wegberg : Schaufeln ebnen den Weg zur Bürgerhalle

Tapfer schritt Hedwig Klein zur Tat. Bei herrlichstem Sonnenschein griff die Bürgermeisterin der Stadt Wegberg als Erste zu einer der sechs Schaufeln, die am Burgparkplatz auf die Aktivisten warteten.

Ludwig und Rainer Florack, Michael Dörstelmann, Rudolf Fabry und Ehrenbürgermeister Fritz Jakobs folgten ihr auf dem Fuß. Schließlich galt es, das Projekt Bürgerhalle mit dem ersten Spatenstich auf den lang ersehnten Weg zu bringen.

„Heute ist die Stunde der Zeugung”, meinte die Rathaus-Chefin zuvor in ihrer Rede. Obwohl sie ihren Optimismus gleich ein wenig zügelte: „Mit dem ersten Spatenstich ist das Werk noch nicht vollendet.” Doch die Gespräche mit den Investoren Rainer und Ludwig Florack hätten in ihr „abgrundtiefes Vertrauen” geweckt.

Zum Spatenstich hatten sich über 50 geladene Gäste aus Politik und Verwaltung an der Baustelle im Schatten der Burg eingefunden. Sie alle hatten in den vergangenen 36 Jahren an den Planungen für das Bürgerhaus Wegberg mitgearbeitet. So wurde der Spatenstich geradezu zum Treffen der Generationen. „Was lange währt, wird endlich gut”, bemühte denn auch Hedwig Klein eine passende Umschreibung.

Schließlich hätten die Verantwortlichen in den Jahrzehnten zuvor vernünftig gehandelt. Eine Bürgerhalle sei einfach nicht zu finanzieren gewesen.

Im letzten Jahr habe die CDU den Antrag gestellt, noch einmal den privatwirtschaftlichen Ansatz zu prüfen. „Rudolf Fabry ist daraufhin auf Investoren zugegangen, von denen mehrere bereit waren, das Projekt zu unterstützen”, berichtete Klein.

Unter Beteiligung aller Parteien und der Initiative Bürgerbegehren seien die Investoren auf den Prüfstand gestellt worden, und man habe sich für das Konzept der Gebrüder Florack entschieden, die Lothar Rhönisch als Betreiber mit ins Boot holten.

Besonders lobte Hedwig Klein den Standort des künftigen Bürgerzentrums. In unmittelbarer Nähe zu Burg und Rathaus sei die zentralistische Anbindung gegeben. „Der Standort wird Wegberg im Vereinsleben und auf kultureller Ebene voran bringen”, ist sie sicher. Die Planungen des Architekten Michael Dörstelmann dürften den selben Effekt haben.

An aufgestellten Plakatwänden gleich neben der Baustelle, wo Bagger, Laster und Arbeiter schon kräftig ans Werk gehen, konnten sich die Gäste ein Bild davon machen: Die Fassade in Backsteinoptik und Glas sorgt für eine freundliche äußere Erscheinung, die sich in die begrünte Umgebung im Burgpark einfügen soll. Im Inneren empfängt die Besucher das helle Foyer, hinter dem die Halle mit 386 Sitzplätzen und der Empore warten.

Zudem gibt es eine große Küche mit Getränketheke, genügend Abstellraum im Stuhllager, eine Garderobe und großzügig angelegte Toiletten. Rechts und links von den Sitzplätzen führen große Glas-Türen zur Außenanlage. „Dort sind im Sommer zum Beispiel Konzerte oder andere Open-Air-Veranstaltungen möglich”, erklärte der Architekt.