Kreis Heinsberg: Sabine Verheyen zu Gast bei der Kreis-Frauen-Union

Kreis Heinsberg : Sabine Verheyen zu Gast bei der Kreis-Frauen-Union

Über ein „volles Haus“ freute sich der Vorstand der Frauen-Union im CDU-Kreisverband Heinsberg bei seiner traditionellen Frühjahrsveranstaltung. Im Übach-Palenberger Schloss Zweibrüggen begrüßte dabei Kreisvorsitzende Karin Mainka als Referentin die Europa-Abgeordnete Sabine Verheyen aus Aachen. „Europa vor der Zerreißprobe“ hatten die Organisatorinnen den Abend betitelt.

Schon die Vorsitzende sagte in ihren einleitenden Worten, dass jeder Mitgliedsstaat der Europäischen Union unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft seines Landes habe. „Aber die Herausforderungen sind überall die gleichen“, so Mainka weiter.

Denn in einer Welt mit Kriegen und daraus resultierenden Flüchtlingsströmen und vor dem Hintergrund der terroristischen Anschläge in Paris und Brüssel sei das veränderte politische Klima zu spüren. „Da nutzt es nichts, wenn sich nur ein Staat damit befasst, hier ist die Gemeinschaft gefordert, Lösungen zu suchen und hoffentlich zu finden“, sagte die Kreisvorsitzende. Bei inzwischen 28 Mitgliedsstaaten sei eine große Vielfalt gegeben, die aber auch Schwierigkeiten mit sich bringe, schloss Mainka.

Auf die Frage, ob die 28 Länder die europäische Idee so verpacken könnten, dass etwas Gutes entstehe oder Europa vor der Zerreißprobe stehe, konnte Referentin Sabine Verheyen auch keine eindeutige Antwort geben. Eindeutig war aber ihre Antwort, ob die Europäische Union noch Sinn mache. „Wir brauchen heute mehr denn je die EU“, so Verheyen. Dabei unterschied sie durchaus zwischen Europäern in „Vollzeit“ und in „Teilzeit“.

In die erste Kategorie fallen bei ihr demnach die Mitgliedsstaaten, die nicht nur die Vorteile der EU wie bei der Reisefreiheit oder dem Handel genießen. „Sie sind auch in Krisensituationen dazu bereit, für das Allgemeinwohl einzustehen, und auch mal Nachteile für ihr eigenes Land hinzunehmen“, fand Verheyen.

Bei den „Teilzeiteuropäern“ überwiege hingegen die Haltung, nur die Vorteile für das eigene Land in Anspruch zu nehmen, ohne ein wirklicher Teil der europäischen Solidargemeinschaft zu sein. Dabei müssten gerade in Zeiten, wo viele Menschen von einer Flüchtlingskrise sprechen würden, alle Staaten ohne Ausnahme für die europäischen Ideen und den Zusammenhalt in der EU einstehen.

„Wir haben fast 70 Jahre Frieden in Europa und genießen Reisefreiheit“, sagte die Europa-Parlamentarierin, „das sind Privilegien, die oft vergessen werden und als selbstverständlich gelten“. Alleine schon diese Punkte sah sie als Grund genug an, das hohe Gut der Europäischen Union zu verteidigen. Um dies zu schaffen, müsse das Bewusstsein in der Bevölkerung für die EU gestärkt werden.

„Städtepartnerschaften und Schüleraustauschprogramme sind hier sehr gut geeignet und förderwürdig“, schloss Verheyen. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass nur durch einen steten Austausch Vorbehalte abgebaut und der Gedanke eines gemeinsamen Europa gestärkt werden könne, wofür sie vom Auditorium viel Applaus empfing.

In der abschließenden Fragerunde bei dieser Frühjahrsveranstaltung erhielt Sabine Verheyen schließlich viel Lob für ihre europäisch motivierten Worte.

(mabie)