Kreis Heinsberg: Rurtal-Schule feiert die Einweihung des Sinnesgartens

Kreis Heinsberg : Rurtal-Schule feiert die Einweihung des Sinnesgartens

Mit einem Fest der Sinne feierte die Oberbrucher Rurtal-Schule, die Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung, die Einweihung ihrer beiden neuen Förderbereiche.

Zweieinhalb Jahre Planung und Vorbereitung und ein gemeinsamer Kraftakt vieler Beteiligter zur Finanzierung des Projektes waren vorausgegangen, bevor nun ein Sinnesgarten und ein Sinnesraum den Kindern zur Verfügung gestellt werden konnten.

Schulleiter Bernd Schleberger sagte: „Seit ich vor 35 Jahren an diese Schule kam, habe ich immer wieder überlegt, wie können wir mehr für unsere ganz schwachen Schüler tun.” Kindern mit Mehrfachbehinderung ein wenig mehr die Welt öffnen, ihre fünf Sinne anregen - dies wird im Sinnesgarten und Sinnesraum möglich.

Sonderschullehrerin Nina Harwick ist die Initiatorin des Projektes. Sie moderierte die Arbeitsgemeinschaft Sinnesraum-Sinnesgarten. Schulleiter Schleberger kümmerte sich um die Finanzierung. Der Kreis Heinsberg als Träger der Förderschule, bei der Einweihung vertreten unter anderem durch Schuldezernent Helmut Preuß und Schulamtsleiter Franz Josef Dahlmanns, trug den Hauptanteil der Baukosten.

Aber auch die Schule konnte mit Unterstützung vieler wohlwollender Helfer durch verschiedene Aktionen wie etwa das Hundertwasser-Projekt, bei dem kleine Kunstwerke der Schüler verkauft wurden, ihren Anteil zur Finanzierung beitragen.

Schulleiter Bernd Schleberger dankte in seiner Eröffnungsansprache allen, die mit geholfen hatten, Sinnesgarten und Sinnesraum Wirklichkeit werden zu lassen. Sein Dank galt auch dem Architekten Thomas Gleichmann und dem Landschaftsplaner Ulrich Wassen vom Kreis Heinsberg.

Die Rurtal-Schule verfügt nun mit Sinnesgarten und Sinnesraum über zwei zusätzliche Förderbereiche, die es so wohl an keiner anderen Schule in der Region gibt. So war es nicht verwunderlich, dass zur Einweihung auch Mitarbeiter aus anderen Förderschulen der Region kamen, um sich kundig zu machen.

Der Sinnesgarten ist im Innenhof der Schule eingerichtet. Um auch Schülern, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, den Zugang zu ermöglichen, musste der Garten plattiert werden. Doch eine Kräuterspirale, die Geruchs- und Geschmackssinn gleichermaßen anspricht, und zwei Wasserläufe schaffen Gartenatmosphäre.

Gleich ausprobiert wurden von den Festgästen die großen Summsteine, Felsblöcke, in die ein Steinmetz aus der Region, der wie alle Handwerker mit viel Engagement ans Werk gegangen war, wie Schleberger feststellte, kopfgroße Löcher gemeißelt hatte - einfach Kopf reinstecken, und schon beginnt es zu summen.

Das Gehör sprechen auch die Klangsteine an, auf dem Boden liegende Basaltsäulen, denen mit einem Hammer Töne entlockt werden können. Ein Kaleidoskop und ein Windspiel bieten visuelle Reize. Im Zentrum des Sinnesgartens steht der Lebensstein, ein horizontal aufgestellter runder Stein, über dessen labyrinthartig gestaltete Oberfläche Wasser fließt, dessen Lauf zum Nachtasten einlädt. Der Sinnesraum ist eine Ruhezone mit Wasser- und Hochbett sowie Klanginstrumenten.

Alle Aktionen beim Fest der Sinne waren auf die fünf Sinne abgestimmt. Eine Attraktion war der dunkle Geisterwald, durch den man sich hindurchtasten musste. Leckermäuler kamen in der Cafeteria, aber auch in der Schokolateria auf ihre Kosten.

Ein Fest für den Gehörsinn war der Auftritt der Schülerband „Rur-Rock - Wir zusammen”. Die Rur-Rocker haben inzwischen Kultstatus erreicht, keine Maus passte mehr in die Aula, als die Band loslegte.

Ein wunderbares Fest für Augen und Ohren war das abschließende Feuerwerk zur Musik von John Miles. „Wir waren hochzufrieden mit dem Besuch”, stellte Schleberger fest, „die Cafeteria war, obwohl wir so viele Kuchenspenden bekommen hatten, kurz vor Schluss des Festes ausverkauft.”