Kreis Heinsberg: Rund 380 Feuerwehrleute im Kampf gegen die Uhr

Kreis Heinsberg : Rund 380 Feuerwehrleute im Kampf gegen die Uhr

„Leitung hoch, Leitung ab, Leitung hoch…“ So klang es am Samstagmorgen immer wieder auf dem Schulhof der Oberbrucher Hauptschule. 39 Gruppen von Feuerwehrleuten aus dem gesamten Kreisgebiet hatten sich im Lauf des Tages hier zusammengefunden, um mit ihrer Teilnahme am sogenannten Leistungsnachweis des Kreisfeuerwehrverbands ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Nach Fertigstellung der Saugleitung hieß es dabei für die jeweilige Staffel, bestehend aus sechs Feuerwehrleuten, oder für eine Gruppe, bestehend aus neun Kameraden, möglichst schnell eine insgesamt 60 Meter lange Leitung zu legen und mit B- und C-Rohren zu löschen. Das Wasser dafür kam aus einem großen, roten Wasserbecken. Von einer Jury, bestehend aus Wehrleitern, deren Stellvertretern und weiteren Führungskräften, wurde die dafür benötigte Zeit gestoppt. Für Fehler gab‘s Strafzeiten.

Weiter galt es für alle Teilnehmer, drei von neun verschiedenen Feuerwehrknoten zu demonstrieren und in einem theoretischen Prüfungsteil aus einem umfangreichen Fragenkatalog je drei Fragen richtig zu beantworten. Sportlich ging‘s beim Staffellauf zu, bei dem drei Feuerwehrleute aus der Gruppe zudem ein Hindernis überwinden mussten.

„Was gefunden?“, fragte Barthel Johnen, stellvertretender Wehrleiter aus Gangelt seinen Jurykollegen am Wasserbecken. „Nö, dat war jut“, antwortete ihm Norbert Houben, Wehrleiter in Hückelhoven. Dieser kurze Dialog stand für viele an diesem Tag, die Hans Hubert Plum, stellvertretender Kreisbrandmeister und Oberschiedsrichter, sehr zufrieden machten. Ein strahlend blauer Himmel und angenehme Temperaturen taten da ihr Übriges. Schließlich zauberte auch die Zahl von rund 380 Teilnehmern in diesem Jahr ein Lächeln auf Plums Gesicht. „Und die sind alle freiwillig hier!“, betonte er. Am Ende des Tages bescheinigte er allen Staffeln und Gruppen „bravouröse Leistungen“.

Davon überzeugt hatten sich bei einem Besuch im Laufe des Tages auch Landrat Stefan Pusch, Dezernent Ludwig Schöpgens und der CDU-Bundestagskandidat Wilfried Oellers. Nach Abschluss ihrer erfolgreichen Prüfung wurden alle Teilnehmer mit einer entsprechenden Urkunde belohnt. „Das gehört dazu“, sprach Hans-Peter Pelzer, Unterbrandmeister in der Löschgruppe Millen-Tüddern, für viele Kameraden. „Und es macht Spaß. Sonst wären wir nicht hier.“

Wurde dieser Leistungsnachweis noch nach den bisherigen, landesweit einheitlichen Richtlinien durchgeführt, sollen die Tests ab kommendem Jahr aufgrund neuer Landesrichtlinien noch attraktiver werden, wie Carsten von der Stück, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands, am Rande der Veranstaltung verriet. Dann sollen zum Beispiel auch technische Hilfeleistungen wie etwa die Rettung einer verletzten Person aus einem Pkw, demonstriert werden können und Nachweise in Erster Hilfe zum Übungsprogramm gehören.