Kreis Heinsberg: Rund 200 Kita-Plätze mehr als im Vorjahr, aber es gibt noch viel tun

Kreis Heinsberg : Rund 200 Kita-Plätze mehr als im Vorjahr, aber es gibt noch viel tun

Im Vergleich zum Vorjahr werden für 2018/19 in den Kindertagesstätten im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes, das die Städte Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg sowie die Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht umfasst, insgesamt rund 200 Plätze mehr zur Verfügung stehen. Dies erläuterte Friedhelm Sieben vom Kreisjugendamt im Jugendhilfeausschuss.

76 Plätze davon entfallen auf die neue Kindertagesstätte der AWO in Übach-Palenberg an der Carl­straße. „Der Ausbau erfolgt weiter zügig, ganz normal“, erklärte Sieben dazu. Da es über die Bauzeit von rund zwölf Monaten hinaus vor Baubeginn immer sehr viele Dinge zu klären gebe, seien in einigen Einrichtungen jedoch Übergangslösungen notwendig. Da komme es auch zu Überbelegungen: Im Bereich U3 seien dies im Kreisjugendamtsbezirk insgesamt 29 Plätze, im Bereich Ü3 sogar 286.

Der Ausschuss stimmte der Planung des Jugendamtes für 2018/19 ebenso zu wie der Übernahme des Trägeranteils der Betriebskosten in Höhe von 18 000 Euro für die katholische Kirchengemeinde St. Martin Wegberg für zehn weitere Plätze in der Kindertagesstätte Peter und Paul in Wegberg.

Deutlich sichtbar sei der Trend, dass die Nachfrage für U3-Plätze deutlich gestiegen sei, so Sieben weiter. „Es ist fast anzunehmen, dass für fast alle Eltern klar ist, dass ihre Kinder schon mit zwei Jahren zur Kita gehen. Wir werden da auf die 100 Prozent zugehen“, so seine Einschätzung. Aber auch im Bereich U2 sei die Nachfrage in den vergangenen Jahren „gewaltig nach oben“ gegangen. Insgesamt liege die Versorgungsquote im Bereich U2 im Kreisgebiet derzeit bei 18,9 Prozent, im Bereich U3 insgesamt bei 48,1 Prozent und im Bereich Ü3 bei 95,8 Prozent. Im Bereich U3 gesamt würden derzeit noch 303 Plätze fehlen, im Bereich Ü3 117 Plätze.

„Da werden wir kreisweit noch einiges zu tun haben“, so das Fazit von Sieben, der jedoch überall eine „hohe Dynamik“ der Entwicklung beobachtet. Es gebe Investoren, die gerne bauen würden. Dies mache jedoch nur Sinn, wenn es dann für die Einrichtung auch einen Träger gebe. Ausschussvorsitzende Dr. Christiane Leonards-Schippers (CDU) hatte zum Vergleich die Versorgungsquote U3 für Nordrhein-Westfalen mitgebracht, die derzeit bei 25,7 Prozent liege im Vergleich zu 48,1 Prozent in der Zuständigkeit des Kreisjugendamts. „Man muss immer sehen, was man erreicht hat, auch wenn man noch einen Weg vor sich hat“, sagte sie.

Im weiteren Verlauf der Sitzung informierte Karl Lukas vom Kreisjugendamt zum Thema Jugendkriminalität und betonte, dass diese rückläufig sei. Gründe seien etwa die höheren Schulabschlüsse, Perspektiven für Jugendliche, die Aggression vermeiden würden, weniger Gewalt in Elternhäusern und ganz allgemein eine „Kultur des Hinschauens“. Als neues Problem benannte er jedoch die „emotionale Gewalt im virtuellen Raum“, für die eine Prävention noch nicht ausreichend vorhanden sei. Hinzu komme eine hohe Zustimmung zu politischen Formen des Extremismus. Er gehe davon aus, dass die Kriminalitätsrate in diesem Bereich wieder steigen werde, so Lukas.

Auffällig war in der Statistik die hohe Steigerung der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, von 59 Fällen im Jahr 2015 über 63 in 2016 bis auf 161 im vergangenen Jahr. Dazu erklärte Lukas, dass die Polizei jetzt Handys auslese und so oft gleich mehrere Verstöße aufdecken könne, zum Beispiel bei Drogenbestellungen via Handy-Kommunikation.

(anna)