Kreis Heinsberg: Rund 188.000 Wahlberechtigte im Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg : Rund 188.000 Wahlberechtigte im Kreis Heinsberg

Vier Stimmzettel erhielt jeder Wähler bei der Kommunalwahl am 30.August. Wenn am Sonntag, 27. September, von 8 bis 18 Uhr insgesamt 195 Wahllokale in den Städten und Gemeinden des Kreises Heinsberg für die Bundestagswahl geöffnet sein werden, ist die Handhabung für die Wähler wesentlich einfacher.

Denn es gibt nur einen Stimmzettel - dafür ist auf diesem aber die Abgabe von zwei Stimmen möglich.

Erststimme

Mit der Erststimme wird der Wahlkreisbewerber gewählt. Wer unter den sechs Kandidaten am Ende die Nase vorn hat, wird den Wahlkreis 90 Heinsberg in der nächsten Legislaturperiode im Deutschen Bundestag vertreten. Es treten an: Norbert Spinrath (SPD), Leo Dautzenberg (CDU), Andreas Rademachers (FDP), Gisela Johlke (Bündnis 90 / Die Grünen), Christa Frohn (Die Linke) und Helmut Gudat (NPD).

Bei der letzten Bundestagswahl 2005 hatte Christdemokrat Leo Dautzenberg wieder souverän mit 71887 Stimmen (51,4) den Wahlkreis gewonnen. Dautzenberg legte damals sogar um 1,1 Prozentpunkte zu und lag deutlich über dem Ergebnis der CDU, die im Kreis Verluste von 2,3 Prozentpunkten zu verzeichnen hatte, aber mit 43,2 Prozent der Zweitstimmen allerdings klar vor der SPD (32,5) und den anderen Parteien an der Spitze blieb.

Norbert Spinrath kam für die SPD auf 52148 Erststimmen (37,3). Der FDP-Kandidat Felix Becker verbuchte 7345 Stimmen (5,3). Die Grünen hatten - nach dem Verzicht von Christa Nickels - keinen Direktkandidaten aufgestellt.

Für die Linke Christa Frohn votierten 6512 Wähler (4,7). Für Helmut Gudat von der - vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften - NPD stimmten 1932 Wähler (1,4).

Zweitstimme

Anders als die Erststimme, die allenfalls über das Phänomen der Überhangmandate einen Einfluss auf die Sitzverteilung hat, ist die Zweitstimme die grundsätzlich entscheidende Stimme, was die Zusammensetzung des Parlaments angeht.

Mit ihr wird die Landesliste einer Partei gewählt. Der Landeswahlausschuss hat in Nordrhein-Westfalen von 23 Parteien und Vereinigungen, die Wahlvorschläge eingereicht hatten, 19 zur Bundestagswahl zugelassen.

Die Reihenfolge auf dem Stimmzettel richtet sich nach dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl im jeweiligen Bundesland. Deshalb steht in NRW - und somit auch im Kreis Heinsberg - die SPD ganz oben vor der CDU, gefolgt von FDP, Grünen, Linken und NPD, ehe in der Zweitstimmenrubrik 13 weitere Parteien folgen: Tierschutzpartei; Familienpartei; Republikaner; Ab jetzt (Volksabstimmung); MLPD; PSG; Zentrum; BüSo; DVU; ÖDP; Piratenpartei; RRP; Rentner-Partei.

Bei der Bundestagswahl 2005 gingen im Kreis 143248 von 185273 Wahlberechtigten zur Wahl. Dies war eine Beteiligung von 77,3 Prozent - nach 80,0 Prozent 2002. 1972 - bei der ersten Bundestagswahl im neugebildeten Kreis Heinsberg - wurde noch ein Wert von 92,9 Prozent erreicht.

Treffpunkt Kreishaus

Zu einem Treffpunkt wird am Abend des Wahlsonntags ab 18 Uhr traditionell wieder der große Sitzungssaal des Kreishauses in Heinsberg an der Valkenburger Straße, wo die eintreffenden Ergebnisse aus dem gesamten Kreisgebiet und schließlich auch der Wahlkreissieger präsentiert werden, zugleich aber auch das bundesweite Geschehen auf Fernsehbildschirmen live verfolgt werden kann.

Sogar Briefwahlunterlagen für Französisch-Polynesien

Hochbetrieb herrscht bereits in den Wochen vor dem Wahltag in den Wahlämtern der Städte und Gemeinden: Viele Bürger machen von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch. So hatten beispielsweise in Erkelenz bis Freitag schon rund 4100 Wahlberechtigte Briefwahlunterlagen angefordert.

Pro Tag treffen derzeit rund 200 Anträge ein. Nachdem bei der Bundestagswahl 2005 die Zahl der Briefwähler auf etwa 5200 angestiegen war, hat die Stadt als Konsequenz aus dieser Entwicklung die Zahl der Briefwahlbezirke und Briefwahlvorstände von vier auf fünf erhöht, damit es am Wahlabend keine Verzögerungen bei der Ergebnisermittlung gibt.

Sogar aus Französisch-Polynesien ist ein Antrag auf Briefwahlantrag in Erkelenz eingegangen. Das französische Überseeland in Polynesien besteht aus einer Ansammlung kleinerer Inseln, Atolle und Archipele im südlichen Pazifik. Die bevölkerungsreichste Insel ist Tahiti. Die Wählerin muss dort ihre Briefwahlunterlagen im deutschen Konsulat in der Hauptstadt Papeete abholen, wohin die Unterlagen übersandt worden sind.