Aachen: Rund 100 Polizeianwärter werden über Karneval aushelfen

Aachen : Rund 100 Polizeianwärter werden über Karneval aushelfen

Mit aufgestocktem Personal und viel Einsatz der Beamten will die Polizei der „abstrakt hohen Gefährdungslage“ in der Region an Karneval begegnen. Die Zahl der Gefährder hat sich in Aachen innerhalb kurzer Zeit verdoppelt.

Schon im letzten Jahr war islamistischer Terror an den tollen Tagen ein Thema, zusätzlich zu den üblichen und meist alkoholgeschwängerten Auswüchsen wie Schlägereien oder Auseinandersetzungen aller Art. Auch den Sorgen der Bevölkerung nach den Vorgängen in der Silvesternacht in Köln müsse man Beachtung schenken und verloren gegangenes Vertrauen durch massive Präsenz wiedergewinnen, sagte die Polizeispitze gestern in einer Pressekonferenz.

Schließlich seien im Beritt der Polizeibehörde Aachen mit dem Kinderzug und den Rosenmontagszügen in Aachen und Eschweiler drei der größten Karnevalszüge Nordrhein-Westfalens angesiedelt, da müsse man sich schon nach der Decke strecken und Präsenz zeigen.

Glücklicherweise funktioniere die Zusammenarbeit mit den Kommunen hervorragend, die entsprechenden Sicherheitskonzepte seien etwa in einer ersten Zusammenkunft des Arbeitskreises Großveranstaltungen in Aachen besprochen worden und würden noch einmal angepasst.

So soll nicht nur der obligatorische Dienst rund um die Uhr personell aufgestockt werden, auch zusätzliche Kräfte will man mit zur Streife einteilen: die letzten beiden Ausbildungsjahrgänge der Polizeianwärter. Rund 100 junge Frauen und Männer könnten dann mit dazu beitragen, das närrische Treiben in vernünftige Bahnen zu lenken. Polizeipräsident Dirk Weinspach: „Ich bin überzeugt, dass wir die Sicherheit gewährleisten können. Es gibt keinen Grund, nicht an einer Karnevalssitzung teilzunehmen. Wir lassen uns den Spaß nicht verderben.“ Eine Verkleidungsempfehlung wollte Weinspach nicht geben, das stehe im Geschmack jedes Einzelnen.

Man gehe an die Grenzen dessen, was die Aachener Polizei leisten könne. „Wir werden uns mit relativ hoher Drehzahl bewegen müssen.“ Dennoch werde man die verstärkten Kontrollen mit langem Atem weiterführen. Trotz aller Zusatzbelastung sei keine Urlaubssperre verhängt worden, die Einsatzbereitschaft der Beamten sei in Zeiten der Anspannung hoch. „120 Nationen und alle Weltreligionen leben in der Stadt friedlich zusammen, wir haben viel zu verlieren. Wir werden die Bürger vor Straftaten schützen“, meinte Weinspach abschließend.

(hau)