Wassenberg: Rückbau der K 20: Was sagen die Bürger dazu?

Wassenberg : Rückbau der K 20: Was sagen die Bürger dazu?

Das jahrelange Verfahren der Fortführung der B 221 n im Streckenabschnitt Arsbeck/Wildenrath bis Heinsberg in einem geschlossenen Verfahren nimmt greifbare Gestalt an.

Die Arbeiten für das Planfeststellungsverfahren laufen auf vollen Touren. Am Mittwoch, 29. Januar, 19 Uhr, findet in der Aula (Turnhalle) der Myhler Grundschule eine Bürgerbeteiligung für Myhl statt, um d die Meinung der Bürger zu erfragen. Am 6. Februar fasst der Wassenberger Stadtrat einen Beschluss über die mögliche Verknüpfung zwischen K 9 und B 221 n.

In der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Mittwoch gaben Oberverwaltungsrat Döll für die Untere Landschaftsbehörde (Kreis Heinsberg) und Diplom-Ingenieur Höfener für den Landesbetrieb Straßenbau NRW, Niederlassung Mönchengladbach, Hinweise für die Entscheidungsfindung.

Die politischen Gruppen im Wassenberger Ausschuss fassten noch keinen Beschluss. Die CDU-Fraktion gab durch den Myhler Stadtverordneten Josef Schmalen ihre Meinung kund - ohne sich allerdings festzulegen. Alle wollen die Meinung der Myhler Bürger abwarten.

Untere Landschaftsbehörde und Straßenbau NRW schlagen den Rückbau der K 20 zwischen Myhl und Wassenberg mit Abstufung zum „Wirtschaftsweg” vor.

Der Rückbau umfasse rund 5000 qm Straßenfläche auf einer Länge von 1,7 km. Das entspreche einem Ausgleich von etwa 50000 qm Ackerboden, der sonst an anderer Stelle für den Ausbau der B 221 n als Ausgleichsfläche zur Verfügung gestellt werden müssten.

Die Natur in diesem ökologisch wertvollen Raum und das Naherholungsgebiet „Myhler Schweiz” würden enorm aufgewertet. Auch werde das Wohnumfeld in der unteren St.-Johannes-Straße Myhl verbessert. Bei einem Wegfall der K 20 in ihrer bisherigen Form reduziere sich für die Stadt Wassenberg die Unterhaltungspflicht.

Die Gegenargumente: Beim Wegfall der K 20 und einer Anbindung der K 9 an die B 221 n ergebe sich ein Umweg von Myhl zu den Einkaufszentren in Wassenberg-Süd von rund 700 m. Mehrverkehr auf der K 9 bedeute auch eine höhere Verkehrsbelastung für die Bewohner Myhls.

Zudem stehe eine größere Belastung der Klosterstraße an, die vielfach als kürzester Weg zu den Einkaufszentren in Wassenberg-Süd genutzt wird. Die Klosterstraße ist kurvig, abschüssig, stellenweise sehr schmal.

Die Stellungnahme der CDU: Im Prinzip lehnt sie den Rückbau der K 20 ab. Es sei eine alte Verbindungsstraße zwischen Myhl und Wassenberg. Bei einer Sperrung der K 20 würden die Myhler Bürger voraussichtlich über die für den Durchgangsverkehr ungeeignete Klosterstraße fahren. Wahrscheinlich werde auch ein Teil der Bürger das Einkaufsgebiet Wassenberg-Süd meiden und in Gerderath, Ratheim oder Hückelhoven einkaufen.

Viele Myhler nutzten auch die K 20, um nach Birgelen, Ophoven, Effeld oder Holland zu fahren. Bei einer Sperrung der K 20 würden sie vermutlich über die L 19 nach Wassenberg und dann durchs Stadtzentrum fahren. Bei einer Sperrung der K 20 für alle Kraftfahrzeuge käme es nur auf dem Teilstück Kirche - Friedhof zu einer Verkehrsentlastung.

Zum Punkte „Eingriff in Natur und Landschaft” heißt es: Den Rückbau zum Wirtschaftsweg lehnen wir ab. Die Straße ist in einem baulich guten Zustand. Eine auch nur teilweise Zerstörung der Teerdecke wäre unverständlich. Durch Markierungen solle auf einer Seite ein Fuß- und Radweg geschaffen werden.

Die verengte Fahrbahn sollte für Lkws gesperrt. Die K 20 sollte zur Gemeindeverbindungsstraße abgestuft werden. Die geplante Verknüpfung zwischen K 9 und B 221 n zwischen Myhl und Altmyhl werde voraussichtlich von vielen Myhler nicht als Verbindung nach Wassenberg-Süd akzeptiert.