Düren: Romanheld in Urban-Fantasy-Trilogie erkennt ausnahmslos jede Lüge

Düren : Romanheld in Urban-Fantasy-Trilogie erkennt ausnahmslos jede Lüge

Die Rölsdorfer Autorin Hanne Vogt hat soeben ihren ersten Roman veröffentlicht, eine Urban-Fantasy-Trilogie. Der erste Teil heißt „Kelak — Der Ruf der Fremden Welt“. Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Anke Holgersson spricht Hanne Vogt darüber, worum es darin geht und wie ihre Geschichten entstehen.

Was versteht man unter Urban-Fantasy und wie sind Sie auf dieses Genre gekommen?

Vogt: Ein Teil der Handlung spielt in der realen Welt. Es gibt aber auch Ausflüge in eine Fantasywelt. Harry Potter ist ein klassischer Urban-Fantasy-Titel. Dass ich jetzt in diesem Genre gelandet bin, ist reiner Zufall. Die Stadtbücherei Düren hatte vor ein paar Jahren eine Geschichte angefragt, in der ein Fabelwesen vorkommen sollte. Die Stimmung für die erste Szene hörte und fühlte ich sofort: Grillenzirpen. Eine laue Frühsommernacht. Ich sagte zu. Bald darauf wusste ich, dass es diesmal keine Kurzgeschichte wird, sondern ein Roman.

Worum geht es?

Vogt: Es ist eine klassische Coming of Age - Geschichte. Der Held ist der 14-jährige Jamie. Er ist spastisch gelähmt und wird eines Tages von Arvid, der halb Mensch, halb Sturmgeist ist, beschuldigt, für den drohenden Untergang einer bis dahin für ihn unbekannten Fabelwelt verantwortlich zu sein. Das Besondere ist, dass Jamie angeblich Zerstörer aber gleichzeitig auch Retter dieser Welt ist. Im Laufe der Trilogie findet Jamie zu sich selbst, indem er sich einer sehr besonderen Fähigkeit stellt und sich traut, sie nach und nach einzusetzen, auch wenn sie für ihn mehr eine Bürde, als eine Superpower darstellt: Jamie erkennt ausnahmslos jede Lüge.

Wie kommen Sie zu Ihren Figuren?

Vogt: Sie finden mich. Der Junge, der mich zu der Figur des Jamie inspiriert hat, ist mir tatsächlich begegnet, ausgerechnet beim Zahnarzt. Aber auch durch literarische Vorlagen. Der Sturmgeist, Arvid, in meiner Geschichte, ist von Shakespeares Luftgeist Ariel aus „Der Sturm“ inspiriert. Diese Figur hat mich immer schon fasziniert.

Wann schreiben Sie?

Vogt: Zuerst nur in Gedanken. Tagsüber bei ganz normalen Tätigkeiten entstehen Bilder und Szenen im Kopf. Szenen laufen vor meinem inneren Auge wie ein Film ab. Notizen mache ich dabei nur sehr selten. Wenn es sich richtig anfühlt, vergesse ich es nicht. Das Aufschreiben von dem, was ich gesehen habe, erfolgt vornehmlich sehr früh morgens.

Für wen ist dieses Buch?

Vogt: Für Leser ab 12 Jahren. Jugendliche finden sich in dem Buch wieder, weil sie sich selbst ganz stark mit der Frage beschäftigen, wer sie sind und wohin sie gehören. Identitätssuche, die Reise ins Innere, die Fantasy auch immer ist, bleibt aber natürlich auch in späteren Lebensphasen von Menschen spannend.

Wann dürfen die Leser mit dem zweiten Band rechnen?

Vogt: Er ist fertig und erscheint, nach erfolgreichem Überarbeiten und Korrigieren, hoffentlich noch in diesem Herbst. Himmel, das ist ja schon bald!