Gangelt: Ritterfest in Gangelt: Klingende Schwerter und viel Ritterlatein

Gangelt : Ritterfest in Gangelt: Klingende Schwerter und viel Ritterlatein

Quasimodo gab sich auch ein Stelldichein bei der achten Auflage des Gangelter Ritterfestes. Das Tiefdruckgebiet mit dem mittelalterlichen Namen wollte aber so gar nicht in das Gefüge der Ritter, Gaukler und Marketender passen. Vor allem am Freitag und am Samstagvormittag gab es reichlich Regen — rund 33 Liter auf den Quadratmeter.

Das alles tat dem großen Familientreffen der Freunde mittelalterlichen Brauchtums aber keinen Abbruch. Nahezu alle Plätze waren mit Zelten, Heerlagern oder Marktständen besetzt. 115 Gruppen aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien hatten rund 600 Zelte aufgebaut, in denen etwa 900 Teilnehmer an dem Spektakel auf der Wiese an der Hastenrather Straße ihre Unterkunft und Wetterschutz fanden.

Erbitterter Kampf um die Schatzkiste: Cheforganisator Thorsten Zeise, Ritter der 22 Schildwächter (Bild oben, rechts), verteidigt unter dem Applaus der Besucher seine Habe im Schwertkampf. Auch die Reiterspiele (unten links) sind ein Publikumsmagnet. Natürlich ziehen auch so manches hochherrschaftliche Volk mit vierbeiniger Begleitung (Mitte) sowie die Ritterdame mit ihrem Verkaufsstand viele Blicke auf sich.
Erbitterter Kampf um die Schatzkiste: Cheforganisator Thorsten Zeise, Ritter der 22 Schildwächter (Bild oben, rechts), verteidigt unter dem Applaus der Besucher seine Habe im Schwertkampf. Auch die Reiterspiele (unten links) sind ein Publikumsmagnet. Natürlich ziehen auch so manches hochherrschaftliche Volk mit vierbeiniger Begleitung (Mitte) sowie die Ritterdame mit ihrem Verkaufsstand viele Blicke auf sich. Foto: hama

Ritterliche „Warmduscher“ gab es nur eine Handvoll, die mit Blick auf die Wetteraussichten abgesagt hatten. Einige ganz Clevere hatten auf der nahen Straße unauffällig ihre Wohnwagen platziert — man weiß ja nie. Die, die man in ihren Zelten befragte, berichteten von gut imprägnierter Baumwolle als Zeltplane, die für trockene und wohlige Nächte sorgte.

Erbitterter Kampf um die Schatzkiste: Cheforganisator Thorsten Zeise, Ritter der 22 Schildwächter (Bild oben, rechts), verteidigt unter dem Applaus der Besucher seine Habe im Schwertkampf. Auch die Reiterspiele (unten links) sind ein Publikumsmagnet. Natürlich ziehen auch so manches hochherrschaftliche Volk mit vierbeiniger Begleitung (Mitte) sowie die Ritterdame mit ihrem Verkaufsstand viele Blicke auf sich.
Erbitterter Kampf um die Schatzkiste: Cheforganisator Thorsten Zeise, Ritter der 22 Schildwächter (Bild oben, rechts), verteidigt unter dem Applaus der Besucher seine Habe im Schwertkampf. Auch die Reiterspiele (unten links) sind ein Publikumsmagnet. Natürlich ziehen auch so manches hochherrschaftliche Volk mit vierbeiniger Begleitung (Mitte) sowie die Ritterdame mit ihrem Verkaufsstand viele Blicke auf sich. Foto: hama

Einen schmerzlichen Verlust gab es schon vor der Veranstaltung zu melden. Der wunderbare alte Kirschbaum, der über Jahre als Mittelpunkt der Wiese und herrliches Fotomotiv bekannt war, musste völlig morsch gefällt werden.

Erbitterter Kampf um die Schatzkiste: Cheforganisator Thorsten Zeise, Ritter der 22 Schildwächter (Bild oben, rechts), verteidigt unter dem Applaus der Besucher seine Habe im Schwertkampf. Auch die Reiterspiele (unten links) sind ein Publikumsmagnet. Natürlich ziehen auch so manches hochherrschaftliche Volk mit vierbeiniger Begleitung (Mitte) sowie die Ritterdame mit ihrem Verkaufsstand viele Blicke auf sich.
Erbitterter Kampf um die Schatzkiste: Cheforganisator Thorsten Zeise, Ritter der 22 Schildwächter (Bild oben, rechts), verteidigt unter dem Applaus der Besucher seine Habe im Schwertkampf. Auch die Reiterspiele (unten links) sind ein Publikumsmagnet. Natürlich ziehen auch so manches hochherrschaftliche Volk mit vierbeiniger Begleitung (Mitte) sowie die Ritterdame mit ihrem Verkaufsstand viele Blicke auf sich. Foto: hama

„In den Kerker mit ihm!“, so schallte es Bürgermeister Bernhard Tholen entgegen, als er bei der Begrüßung nur die Wetteraussichten mit „es kommen noch einige Regenschauer“ zitierte. Bevor das Spektakel begann, trafen sich die Akteure zunächst zu einem gemeinsamen Frühstück. Schon hier wurde deutlich, dass das Gangelter Ritterfest in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen ist. „Dank der Unterstützung der Gemeinde sind aber auch die Gäste mit der weitesten Anreise gut untergekommen“, meinte Thorsten Zeise, Ritter der 22 Schildwächter und Organisator des Festes.

Trotz allen guten Willens war der für den Freitag Abend geplante Fackelzug mit Blick auf die für hiesige Verhältnisse enormen Regenmassen dann aber doch abgesagt worden. Als es dann gegen 20 Uhr aufhörte zu schütten, kündigte Ritter Thorsten Zeise dann doch noch eine Ritter-Abordnung an, die die noch frische Fackel-Tradition aufrecht erhalten wollte.

Stadtführerin Monika Tholen begrüßte die aufrechten Ritter, die das Wasser nicht scheuten, mit einem mittelalterlichen Liedchen und reihte sich dann in die Schar derer ein, die sich auf den Weg durch das Bruchtor zur feuchten Festwiese machten. Gleich zwei Polizeiautos sicherten den Zug ab.

Für viele andere Teilnehmer am Ritterfest war an diesen Aufzug nicht zu denken. Sie mussten teilweise ihre Zelte noch aufbauen, oder die Heimstadt für die nächsten Tage wetterfest machen.

Schöne Motive für Hobbyfotografen

Schöne Motive für die vielen Hobbyfotografen fanden sich am Samstag bei der Vorstellung der einzelnen Gruppen vor der Bühne. Hier hatte man ein buntes Gesamtbild aller Teilnehmer.

Als das von Monika Tholen initiierte Ritterfest 2010 mit rund 40 Zelten startete, gab es gerade mal zwei Marketender, die ihre Waren anboten. Jetzt war das Angebot riesengroß, und man fand alles, was die Rittersleut so zum Leben brauchen. War die Streitaxt stumpf, konnte sie geschliffen werden. War das Schwert voller Kerben, konnte man aus einem großen Angebot ein neues kaufen. Brauchte die Wohnung, sprich das Zelt, neuen Nippes, gab es auch davon reichlich. Selbst handgefärbte Wolle für die langen Abende, wenn der Hausherr mal wieder in der Schlacht ist oder in der Taverne sein Ritterlatein pflegt, konnte die Dame erwerben.

Höhepunkte der Gangelter Ritterspiele sind immer wieder die Reiterwettbewerbe und die Feldschlachten. Die Namen der Rittergeschlechter sind rund um Gangelt, Heinsberg und Geilenkirchen angesiedelt.

Man bekommt da Streit über eine Kleinigkeit; die Ehre wird dann im Schwertkampf verteidigt, dann mischen sich auch noch die Weiber ein, und ganz schnell ist der Turnierplatz erfüllt von dem Ton der kreuzenden Klingen, und jeder kämpft gegen den, der ihm gerade gegenüber steht.