Immerath: Rheinbraun hat die Pescher Bürger zermürbt

Immerath : Rheinbraun hat die Pescher Bürger zermürbt

Parteitaktik habe beim Thema Garzweiler II keinen Sinn. Hier müsse vor allen Dingen der Mensch im Vordergrund stehen.

„Wir müssen hier unbedingt überparteilich zusammenarbeiten”, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Franz-Josef Pangels bei einer Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Immerath im Kaisersaal.

Garzweiler II sei ein Thema, mit dem sich im Raum Erkelenz viele Menschen schon seit Jahren beschäftigen würden. „Und es ist nach wie vor ein schwieriges Thema, das vielen Menschen Kummer bereitet.”

Insbesondere bei traditionellen Festen, wie etwa dem Schützenfest, stelle sich Pangels oft die Frage nach dem „Warum”. Immerath sei immerhin ein Ort, der an einem Autobahnkreuz liegt und ohne den Tagebau sicherlich eine sehr gute Entwicklung gehabt hätte.

„Statt dessen müssen wir uns nun mit der Umsiedlung beschäftigen.” Der Ort sei durch den vorrückenden Tagebau regelrecht zerstört worden. Besonders empörte es Pangels, dass anderenorts in Düsseldorf kaum oder gar nicht für die Probleme der Leute interessieren würden, die unmittelbar vom Tagebau betroffen sind.

„Da bringen Menschen ein Opfer für die Allgemeinheit, für das gesamte Bundesland und der Staat und die Menschen kümmern sich nicht einmal um die Betroffenen”, entrüstete sich auch Rita Jansen.

Bei dem Gespräch war deutlicher Tenor, dass sich die Betroffenen von der Stadt im Stich gelassen fühlen. „Wozu haben wir denn die Stadt?” In Jüchen hätten die im Umsiedlungsgebiet lebenden Menschen damals von der Stadt und dem Bürgermeister viel mehr Unterstützung erfahren, wurde moniert.

Insbesondere die Pescher Bewohner seien es leid. „Wir wollen hier weg. Zehn Jahre mit dem Bagger vor der Tür waren zu viel, wir sind zermürbt.”

Doch weg könnten sie nicht oder sie müssen enorme Verluste in Kauf nehmen. Die Stadt Erkelenz könne keine Ausnahmepreise für die Umsiedler machen und Rheinbraun lasse nicht mit sich reden, hieß es. Die Stadt solle sich endlich für sie einsetzten, wurde lautstark gefordert. Auch Pangels wurde gebeten, mit Rheinbraun Gespräche im Sinne der Pescher und Immerather zu führen.

Schließlich fordern die Betroffenen statt einer Erkelenz-Erklärung einen Vertrag. „Wir wollen keinen Gummivertrag, sondern einen Vertrag, mit dem wir rechtlich unserer Forderungen einklagen können.”

Rheinbraun und das Land würden die vom Tagebau betroffenen Menschen schließlich auch zwingen, dann wollten sie im Gegenzug gewisse Rechte haben. Pangels versprach, sein Möglichstes zu tun und sowohl mit der Stadt Erkelenz als auch mit Rheinbraun Gespräche zu führen.