Rheinbraun auf der Streuobstwiese

Rheinbraun auf der Streuobstwiese

Erkelenz (an-o) - Wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung hat der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gegen die RWE-Rheinbraun AG erstattet.

Der Umweltverband wirft dem Bergbauunternehmen das widerrechtliche Betreten von BUND-Eigentum und dessen Beschädigung vor. Das Vergehen ereignete sich, so Geschäftsleiter Dirk Jansen, auf dem vereinseigenen Grundstück im geplanten Abbaugebiet Garzweiler I/II bei Otzenrath. Nach ökologischen Kriterien bewirtschaften die Umweltschützer dort eine etwa einen Hektar große Streuobstwiese. Knapp 100 Obstbäume - alles alte, ehemals in der Region heimische Sorten - wurden dort gepflanzt.

Im gleichen Raum bohrt die RWE-Rheinbraun derzeit eine Vielzahl von Brunnen zur Vorentwässerung der geplanten Abbaufläche. So auch unmittelbar neben dem fraglichen Grundstück. Mit schwerem Bohrgerät und verschiedenen Baggern wird dort ein so genannter Sümpfungsbrunnen abgeteuft. Unbefugt, so Dirk Jansen, sei dabei die Streuobstwiese zur Zufahrt und als Rangierfläche genutzt worden. Eine mittelfristige Schädigung des Baumbestandes sei neben diesem direkten Eingriff nicht auszuschließen.

Fremdes Eigentum

Seine Organisation, so der Geschäftsleiter weiter, sei nicht bereit, diesen Übergriff auf bergbaufremdes Eigentum zu dulden. Dirk Jansen, einer der Zeugen des Vorfalls: "Seit Jahren weigert sich die RWE-Rheinbraun AG beharrlich, die Inanspruchnahme und das Recht zum Betreten des Grundstückes im Rahmen eines Grundabtretungsverfahrens zu beantragen. Offenbar will Rheinbraun vermeiden, dass wir unsere Rechte vor Gericht geltend machen. Stattdessen werden durch die Politik der verbrannten Erde unsere Eigentumsrechte unterlaufen."

Nicht betroffen

Auf Anfrage erklärte die Firma RWE-Rheinbraun, das Unternehmen bohre im Bereich Otzenrath Sümpfungsbrunnen für den Tagebau Garzweiler. Einer dieser Brunnen liege in der Nähe der Streuobstwiese, die nicht von den Bohrungen betroffen ist. Das Grundstücke sei zudem weder als Zufahrt noch als Rangierfläche vorgesehen. Abschließend weist das Kölner Unternehmen darauf hin, dass man umgehend die vom BUND erhobenen Vorwürfe prüfen werde. Falls versehentlich Schäden entstanden sein sollten, werde RWE-Rheinbraun diese natürlich ersetzen.