Reizvolle Kombination gelungen

Reizvolle Kombination gelungen

Kreis Heinsberg. In der Region ist das winterliche Weiß schon wieder zur bloßen Erinnerung verblasst. Bis auf eine Ausnahme.

Ein ungewöhnliches Konzert der Kreismusikschule Heinsberg rückte die Weite und Wucht verschneiter Landschaften in Verbindung mit der Tragik menschlicher Schicksale beinahe in greifbare Nähe.

„Der Schneesturm” lautet der Titel einer in Russland zur Zeit des napoleonischen Russland-Feldzuges spielenden Liebesgeschichte von Alexander Puschkin, die den erzählerischen Rahmen der Aufführung in der Evangelischen Kirche an der Haagstraße in Hückelhoven bildete.

Untermalt wurde sie durch Musikstücke von Georgi Swiridow für Querflöte und Klavier sowie Lieder aus der „Winterreise” von Franz Schubert. Gerade die gelungene Kombination aus literarischen und musikalischen Elementen machte das Reizvolle des sehr gut besuchten Konzertes aus.

Wort und Melodie ergänzten sich stets auf symbiotische Weise. Zweifellos dem harmonischen Zusammenspiel des Ensembles - bestehend aus Erzählerin Gisela Wolff, Lydia Bechthold, Tobias Michler (Klavier zu vier Händen), Esther Becker (Querflöte) und Tenor Volker Mertens unter der Gesamtleitung von Irina Fuchs - war die erreichte atmosphärische Intensität zu verdanken.

Zur Einstimmung in die Thematik diente die auf eine Leinwand projizierte Fotografie einer malerischen Winterwaldlandschaft. Ihr Hintergrund verliert sich im kühlen Glanz einer entfernten Sonne.

„Kultur in der Kirche”: So heißt die Veranstaltungsreihe, deren Bestandteil auch das Konzert darstellte. Wie Pfarrer Frank Mischnik bei seiner Begrüßung berichtete, sei das Gotteshaus bereits mehrfach Veranstaltungsort für Aufführungen und Ausstellungen sowie Kinosaal gewesen.

Der Erlös des Konzertes werde an die Hilfsorganisation terres des hommes für die Flutopfer in Südostasien gespendet, so Gerda Mercks, die Leiterin der Kreismusikschule. Unter den Gästen befand sich auch Landrat Stephan Pusch mit seiner Familie.

Irrungen und Wirrungen: Steuert die herzergreifende, aber nicht gebilligte Romanze zweier junger Liebender im „Schneesturm” unaufhaltsam auf eine Katastrophe zu (unter anderem versinnbildlicht mittels der beiden Kompositionen „Gefrorene Tränen” und „Einsamkeit” von Schubert), so ermöglicht eine überraschende Wendung doch noch ein versöhnliches Ende wenigstens für eine der beiden Figuren.