Kreis Heinsberg: Regine-Hildebrandt-Medaille: Karin Hoffmann tritt für die Schwächeren ein

Kreis Heinsberg : Regine-Hildebrandt-Medaille: Karin Hoffmann tritt für die Schwächeren ein

Mit Karin Hoffmann sei eine würdige Preisträgerin für die Regine-Hildebrandt-Medaille ausgewählt worden, befand auch der SPD-Kreisvorsitzende Norbert Spinrath. Auf Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) hat der SPD-Kreisverband Heinsberg die Medaille an die Geilenkirchenerin verliehen.

Sie wurde damit in den Kreis der Frauen aufgenommen, die sich im Sinne der 2001 gestorbenen charismatischen Politikerin Regine Hildebrandt durch ihr frauen-sozial-politisches Engagement hervorgetan haben.

Der SPD-Kreisverband Heinsberg verleiht auf Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen jährlich die Regine-Hildebrandt-Medaille. Foto: defi

Die Verleihung der Regine-Hildebrandt-Medaille fand traditionell am Internationalen Frauentag im Rahmen einer Mitgliederversammlung des AsF-Kreisverbandes Heinsberg statt. Veranstaltungsort war in diesem Jahr der Sportpark Loherhof in Geilenkirchen. Die im Rahmen der Versammlung in ihrem Amt bestätigte AsF-Vorsitzende Ilse Lüngen durfte zur Medaillen-Verleihung auch viele ehemalige Preisträgerinnen begrüßen. Ilse Lüngen verwies darauf, dass die Preisverleihung im Gedenken an Regine Hildebrandt von Beginn an bis heute stets mit dem Einvernehmen der Familie von Regine Hildebrandt erfolgt sei. Regine Hildebrandt hatte über ihre Freundin Marion Hildebrand, die von 1994 bis 1996 ihre Supervisionsausbildung in Heinsberg absolviert hatte, eine sehr persönliche Beziehung zu Heinsberg gehabt. Sie hatte unter anderem eine hinreißende Rede im AWO-Altenzentrum Heinsberg gehalten, die bis heute nachklingt.

Die Laudatio auf Karin Hoffmann hielt Conny Banzet, Vorsitzende der AsF Geilenkirchen. Banzet ließ in ihrer Ansprache den Werdegang von Karin Hoffman Revue passieren. Dieser weist durchaus Parallelen zu dem von Regine Hildebrandt auf, beide wurden zu Beginn der 40er Jahre während des Krieges geboren. Karin Hoffmann kam 1943 in Neustettin in Pommern zur Welt. Die Familie flüchtete 1945 und siedelte sich in Soltau in der Lüneburger Heide an. Während ihrer Ausbildung zur Säuglings- und Kinderkrankenschwester lernte sie 1966 in Braunschweig ihren Mann Horst-Eberhard kennen. Da ihr Mann Offizier der Luftwaffe war, folgten im Verlauf seines Berufslebens 13 Umzüge der Familie Hoffmann, ehe sie in Geilenkirchen ihr Haus baute.

Seit halbem Jahrhundert aktiv

Conny Banzet: „Für Karin war sofort klar, dass sie an den unterschiedlichen Orten aktiv werden wollte.“ Anfangs habe sie sich dafür eingesetzt, dass die Frauen der Soldaten sich gesellschaftlich organisierten. Dabei sei ihr die Trennung von Offiziers- und Unteroffiziersfrauen ein Gräuel gewesen. Banzet: „Ihr war schon da bewusst, dass viele Stimmen mehr Gewicht haben als eine. Daraus entstand dann auch das politische Engagement.“ 1971 trat Karin Hoffmann nach der Geburt ihres Sohnes in die SPD ein. Seit 1975 war sie aktives Mitglied in den Ortsvereinen und Kreisverbänden ihrer jeweiligen Wohnorte. Conny Banzet: „Sie war zum Beispiel die erste Frau, die in den Gemeinderat in Dohr gewählt wurde.“

Seit 2004 ist Karin Hoffmann Mitglied des Rates der Stadt Geilenkirchen und zurzeit stellvertretende Bürgermeisterin, „als erste Frau in diesem Amt“, wie die Laudatorin hervorhob. Banzet: „Die Gründung der AsF Geilenkirchen war für Karin eine Herzensangelegenheit.“ Auch in der evangelischen Kirche habe sie sich als Presbyterin engagiert. „Gesellschaftlich, kirchlich, politisch, immer auch mit einem besonderen Blick auf die Frauen: Seit einem halben Jahrhundert ist Karin aktiv. Sie trat immer für die Schwächeren ein und ließ sich nie entmutigen, auch wenn das schon mal Ellbogen ausfahren hieß“, stellte die Laudatorin Conny Banzet mit Hochachtung fest. Eine persönliche Begegnung mit Regine Hildebrandt auf einem Kirchentag habe bei Karin Hoffmann einen bleibenden Eindruck hinterlassen, berichtete Conny Banzet.

Karin Hoffmann zeigte sich angerührt von der ausgesprochenen Ehrung. Als sie davon gehört habe, seien ihr schon ein paar Tränchen gekommen.

(defi)