Heinsberg: Rechnungen geben interessante Einblicke

Heinsberg : Rechnungen geben interessante Einblicke

Einmal mehr sorgt der Heimatverein Heinsberger Lande dafür, dass die Geschichte der Region stärker ins Blickfeld gerückt wird.

„Die ältesten Kellnereirechnungen des Jülicher Amtes Randerath” hat der Heimatforscher Leo Gillessen recherchiert, bearbeitet und in einem Buch zusammengefasst. Herausgeber der 150 Seiten starken Publikation ist der Heimatverein Heinsberger Lande. Im Heimatmuseum in Heinsberg überreichte der Autor mit Helmut Coenen und Franz August Schumacher das erste Exemplar an Heinz Franken, Heinsbergs stellvertretenden Bürgermeister, der in Randerath zu Hause ist.

Bei den Rechnungsakten handelt es sich um einen geschlossenen Band, in dem zwölf Jahrgänge zusammengefasst sind. Sie beginnen 1465/66. Die einzelnen Rechnungen verzeichnen die Einnahmen an Geld und Naturalien, die einem Herzog von Jülich im Amt Randerath zustanden, sowie die daraus getätigten Ausgaben. Sie wurden vom „Kellner” jährlich zusammengestellt und der landesherrlichen Zentrale vorgelegt.

Zwar sind diese Rechnungen nüchterne Darstellungen, dennoch vermitteln sie interessante Einblicke in das öffentliche Leben gegen Ende des Mittelalters. „Zur Wirtschafts- und Verwaltungsgeschichte des Herzogtums Jülich liefern die ältesten Randerather Kellnereirechnungen schon von der Größenordnung her einen nur bescheidenen Beitrag.

Zudem unterlagen Stadt, Burg und Amt Randerath zur Zeit der ältesten Rechnungslegung besonderer Bedingungen, da sie nicht der landesherrlichen Zentrale zuflossen”, erklärt der Autor. Trotzdem lassen sich Einblicke in den Alltag einer Lokalverwaltung und in äußere Strukturen des Verwaltungszentrums gewinnen.

Das Buch enthält neben einem Überblick über die Geschichte der Herrschaft Randerath auch historische und technische Einführungen in das Thema. Die Daten werden nach Einnahmen und Ausgaben sowie den entsprechenden Jahren getrennt in tabellarischer Form vorgestellt und kommentiert.

Dem kommentierenden Teil liegen Transkriptionen zu Grunde, die in einem spätmittelhochdeutschen regionalen Schreibdialekt verfasst wurden. Da dieser dem sprachgeschichtlich unerfahrenen Leser Schwierigkeiten bereitet, wurden die meisten Zitate übersetzt.

„Die ältesten Kellnereirechnungen des Jülicher Amtes Randerath” gibt es in den Heimatmuseen Heinsberg/Geilenkirchen, im Heinsberger Buchhandel, bei Schreibwaren Krings und in Randerath am Markt.