Heinsberg: Rassige Rhythmen und fliegende Finger bieten Hörgenuss

Heinsberg : Rassige Rhythmen und fliegende Finger bieten Hörgenuss

Meisterhaft war in der Wettbewerbswoche des Heinsberger Gitarrenfestivals nicht nur das Vorspiel der Teilnehmer, sondern auch der Hörgenuss in den allabendlichen Konzerten, bei denen sich je zwei Meister ihres Fachs den Abend teilten.

Auch dieses Mal nahmen die Protagonisten ihre Zuhörer mit auf musikalische Weltreise und eine Reise durch die Musikgeschichte zugleich. Mit dabei war da zum Beispiel der Norweger Rolf Lislevand, der mit seiner Barockgitarre ebenso begeisterte wie mit seiner Laute, oder der Brite Jon Gomm, der seine Gitarre in eine komplette Band verwandelte, in dem er ihr Klänge entlockte, die an Drums und Bässe erinnerten.

Beim abschließenden, vierten Meisterkonzert waren es immer wieder spanische Klänge, die eine wieder einmal ausverkaufte Halle begeisterten. Den Anfang machte das Duo Melis, bestehend aus Susana Prieto und Alexis Muzurakis, die sich auf den Kanaren kennen und lieben lernten. Seit 1996 sind sie verheiratet, seit 1999 als Duo international erfolgreich. Sie gelten aktuell als das beste Gitarren-Duo der Welt.

In Heinsberg präsentierten die beiden zunächst drei Tänze von Manuel de Falla (1876-1946). Schnell wurde die perfekte Harmonie deutlich, die beide in ihrem Spiel umgibt. Mal schien ein Ton von einer zur anderen Gitarre zu wechseln, mal schienen gar vier Hände auf nur einer Gitarre zu spielen. Es folgten drei Sätze aus dem Duo No. 3, Op. 31 des Franzosen Antoine de Lhoyer (1768-1852). Schließlich brillierten die beiden in der äußerst anspruchsvollen Sonata Fantasia des 1955 in Serbien geborenen, amerikanischen Komponisten Dusan Bogdanovic, die ganz unterschiedliche Sprachen der Musik in sich vereint. Mit tosendem Beifall wurden sie belohnt und sie dankten mit einer Zugabe.

Gar stehende Ovationen sicherten sich nach ihrem fulminanten Beitrag zum Festival schließlich am Ende eines langen, vierten Abends der spanische Gitarrist Gerardo Nunez, Pablo Martin am Kontrabass und die Percussion-Legende Cepillo, der „nur“ sein Cajon mitgebracht hatte. Aber was er aus dem Instrument beim „Flamenco Nuevo“ herausholen kann, bewies er an diesem Abend als Solist.

Und auch Martin lieferte Soli am Bass ab, wie sie Heinsberg wohl bisher nicht gehört hat, zur Begeisterung des Publikums zudem im Duo mit Cepillo, der den Bass auch als Percussion-Instrument nutzte. Die Begeisterung des Publikums steckte die Musiker derart an, dass sie ihre Zugabe auch noch mit Gesang und Tanz begleiteten.

(anna)