Hoven: Radakrobaten sind auch im Seniorenbereich fit

Hoven : Radakrobaten sind auch im Seniorenbereich fit

Von sportlichen Sensationen wird bei den Hovener Kunstradsportlern, die seit Jahren mit unglaublicher Sicherheit Meistertitel sammeln, kaum noch gesprochen.

Am vergangenen Wochenende war sich jedoch die Fachwelt einig: Was die Hovener Kunstradsportler in Gießen beim Deutschland-Pokal gezeigt hatten, kommt einer Sensation gleich.

Die letztjährigen Deutschen Jugendmeister im 6er Kunstfahren, die in diesem Jahr zum ersten Mal in der Männerklasse, im Amateurbereich, an den Start gingen, wurden auf Anhieb in Gießen Deutscher Pokalsieger.

Einem Paukenschlag gleich meldete sich der Radsportverein Viktoria Erkelenz-Hoven nach 13 Jahre Abstinenz in der Amateurklasse zurück und verwies als jüngste Männermannschaft die „alten Hasen” auf die Plätze.

Wie hoch dieses Ergebnis einzuschätzen ist, kann man auch an der Tatsache ablesen, dass die vier jüngsten Mitglieder dieser Männermannschaft im Mai diesen Jahres den Pokalsieg und die Deutsche Meisterschaft im 4er Kunstfahren der Junioren erringen konnten.

Das Reglement des Deutschland-Pokals sieht vor, dass der Sieger in zwei Durchgängen ermittelt wird. Die drei Erstplatzierten des ersten Durchgangs qualifizieren sich für den Endkampf. Die Hovener hatten sich intensiv vorbereitet, so wurde auch während der Sommerferien drei bis viermal wöchentlich in der Golkrather Mehrzweckhalle trainiert.

Die Konkurrenz in Gießen beobachtete gespannt das Auftreten dieses neuen Teams, das nach der aufgestellten Schwierigkeit an vierter Stelle stand und bereits beim Einfahren auf der Wettkampffläche eine tolle Leistung gezeigt hatte.

Beim ersten Durchgang des Wettkampfes spielten dann doch die Nerven nicht ganz mit: Nach einem recht guten Beginn stockte die Kür, gab es leichte Orientierungsprobleme, die Unsicherheiten und deutliche Punktabzüge nach sich zogen. Dennoch gelang es der Mannschaft gegen Ende der Kür, wieder Tritt zu fassen und Schlimmeres zu verhindern. Das hochgesteckte Ziel, ein dritter Platz, schien in weite Ferne gerückt. Da jedoch die zweite Mannschaft aus Bischofsheim ebenfalls patzte, wurde der Weg frei für die Endrunde.

Die Spannung in der Halle stieg, als der zweite Durchgang des 6er Kunstfahrens begann und der Hallensprecher „die Hovener Boys” als ersten Starter auf die Fläche rief. Mit tosendem Applaus wurden Markus Consoir, Felix Kentges, Jendrik Laufs, Christof Wolter, Oliver Klosa und Sebastian Schnitzler von der Wettkampffläche verabschiedet. Die Wertungsrichter belohnten die gezeigte Leistung mit 335,05 Punkten.

Die Mannschaft Bischofsheim I ging mit einer höheren Schwierigkeit an den Start, patzte jedoch mehrfach und bekam lediglich 317 Punkten.

Eine Sensation schien sich anzubahnen. Die beiden Trainer, Margret und Karl-Heinz Laufs, winkten jedoch beharrlich ab. „Das kann nicht sein - abwarten” war ihr einziger Kommentar.

Sichtlich geschockt von der guten Leistung der Hovener startete als Letzter der Favorit aus Mönchengladbach-Neuwerk. Die Gladbacher zeigten eine durchaus gute Leistung, jedoch unterliefen ihnen zunehmend leichte Patzer. Als 45 Sekunden vor Ablauf der Kür die Punktzahl der Neuwerker Mannschaft auf einem Monitor, auf dem die Zuschauer direkt die Abwertung der Kampfrichter verfolgen konnten, unter 335 Punkte fiel, war die Sensation perfekt: Das Hovener 6er Team hatte für seine ausgezeichnete Darbietung die höchste Punktzahl bekommen.

Mit dem Sieg hat sich das Hovener Team auch für die Deutschen Meisterschaften am 4. und 5. Oktober in Denzlingen bei Freiburg qualifiziert.