Myhl: Quartetttverein 1927 Myhl wird 75 Jahre alt

Myhl : Quartetttverein 1927 Myhl wird 75 Jahre alt

Den Quartettverein 1927 Myhl vorzustellen heißt „Eulen nach Athen tragen”. Er zählt zu den bedeutendsten Männerchören unseres Grenzraumes.

Seine Konzerte und Aktivitäten auch auf internationaler und Euregio-Ebene genießen hohes Ansehen.

Die außergewöhnlichen Leistungen und Erfolge dieses homogen besetzten Chores üben selbst in Zeiten schwieriger Nachwuchspflege eine bemerkenswerte Anziehungskraft auf sangesfreudige Männer auch über Myhl hinaus aus.

Lediglich 17 Sänger sind angestammte Myhler; 38 Sänger kommen aus 18 weiteren Orten im Raum Wassenberg, Heinsberg, Hückelhoven, Erkelenz und Umgebung. Die Jahre der Beschränkung auf „Doppelquartettbesetzung” mit 16 Sängern sind längst vorbei. Die Öffnung nach außen lohnte sich in jeder Beziehung.

Erster Dirigent: Willi Milz

Wirkung und Ansehen des Chores wurden geprägt von seinen Dirigenten. Von der Gründung im Jahre 1927 bis 1959 war Willi Milz der Mann des Taktstockes, der Heimatlieder und deutsches Liedgut als Kulturerbe zu pflegen wußte. Ihm folgte von 1960 bis 1969 Musikdirektor Jakob Moock.

Mit der Übernahme des Chores durch Chordirektor ADC Lambert Kitschen begann die „große Zeit” des Quartettvereins Myhl.

Es war, wie sich manche altgedienten Sänger und Zuhörer noch erinnern, keine leichte, manchmal sogar eine harte Zeit. Lambert Kitschen als Chorerzieher der Myhler Chores und anderer Chöre stellte hohe Ansprüche an sich selber und an seine Sänger.

Ein Empfang in der Aula

Höhepunkt seines Myhler Schaffens war die Erringung des „Meisterchor-Titels” beim Bundessingen im sauerländischen Arnsberg im Mai 1973. Die Spannung und Begeisterung im heimischen Myhl und darüber hinaus fanden ihren Höhepunkt in einem festlichen Empfang in der Myhler Aula mit einer Ansprache von Landrat Josef Rick.

Höhepunkt zahlreicher Chor- und Kirchenkonzerte - auch in Gemeinschaft mit dem Meisterchor „Liederkranz” Lieck - war die Aufführung des Chorwerkes „Der welke Baum” des Japaners Kan Ishii, der die Schrecken und Auswirkungen des Atombombenabwurfes über Hiroshima in zutiefst beeindruckende Klagen durch menschlich gewordene Stimmen umfasst.

Viele Gastchöre fanden den Weg nach Myhl und Wassenberg, darunter auch die „Mainzer Hofsänger”, der „Saarknappenchor” oder der „Mannenkoor Sittard”.

Im September 1979 löste Ernst Symes aus Wegberg Lambert Kitschen ab. Ernst Symes starb bereits im Februar 1982. Seitdem setzt Hermann-Josef Kitschen auf dem von seinem Vater Lambert geschaffenen Fundament die Chorleitung fort. Der hohe Anspruch ist geblieben; die Wahl des Liedgutes folgt auch dem Zug der Zeit.

Konzertreisen nach Ungarn, Italien, Schottland, Frankreich, Spanien werden bereichert durch Verpflichtungen großer und bedeutender Chöre aus Russland, Italien und auf der Basis der „Euregio”.

Das Doppel-Quartett ist ein wahrhaft „europäischer Chor” geworden, der sich nach außen öffnet und anderes Kulturgut auch in den Grenzraum bringt.

Der neu gegründete Förderverein des Quartettvereins ermöglicht - über das Jahr verteilt - viele hochkarätige Konzerte von Chören und Orchestern, die den Gedanken „Europa” durch seine Lieder und Musik den Menschen nahe bringen.

Über allem noch so sorgfältig und engagiert gepflegten Singen hat der Quartettverein 1927 Myhl nicht die Kameradschaft, das freundschaftliche Miteinander, das gemeinsame Fröhlichsein in der Natur und sogar im Karneval vergessen.

Myhl und die Stadt Wassenberg können stolz sein auf den Jubiläumschor, der den Rückblick in Dankbarkeit mit einem Blick in die Zukunft verbindet.