Erkelenz: „Qualität statt Quantität” für die Europaschule

Erkelenz : „Qualität statt Quantität” für die Europaschule

„Qualität statt Quantität”: Unter dieses Motto könnte die angestrebte Entwicklung der Europaschule (Realschule) in Erkelenz hin zum gebundenen Ganztagsangebot gestellt werden.

Denn mit der Einführung des gebundenen Ganztages soll die Qualität des schulischen Angebotes verbessert werden. Dafür muss jedoch die Zahl der Schüler sinken. Bisher hatte die Realschule als einzige Erkelenzer Schule kein Ganztagsangebot.

Im Schulausschuss wurde einstimmig der Weg frei gemacht für eine Verringerung der Schülerzahlen ab dem kommenden Schuljahr. Dafür wird bei den Neueinschulungen ab der fünften Klasse zunächst eine Zügigkeit von sechs Klassen festgelegt. Für das darauffolgende Schuljahr steht eine weitere Reduzierung auf fünf Klassen auf der Agenda.

Damit beschreitet die Europaschule denselben Weg wie schon zuvor das benachbarte Cornelius-Burgh-Gymnasium, das die Quantität zugunsten der Qualität des schulischen Angebotes abgebaut hat. Dort wird das Ganztagsangebot am 1. August 2010 eingeführt. Wichtig für die Planung sei, dass die Versorgung der aus Erkelenz stammenden Schüler weiterhin gewährleistet sei, betonte der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen. Derzeit stammt rund ein Viertel der Schüler an der Realschule aus den benachbarten Gemeinden. Die Zahl dieser „Auswärtigen” soll behutsam abgebaut werden.

Denn für den Ganztag braucht die Europaschule vor allem eines: Platz. Und daran hat es in den letzten Jahren zunehmend gemangelt, weshalb auch drei Containerklassen auf dem Schulhof aufgestellt werden mussten. In der Vergangenheit hatte es bis zu sieben Klassen pro Jahrgang gegeben. Für das kommende Schuljahr werden sechs geplant. Die Umstellung auf Fünfzügigkeit stehe ebenfalls auf der Agenda der Politik, betonte Gotzen.

Christel Honold-Ziegahn von den Grünen begrüßte die Entscheidung der Schule und fragte, weshalb nicht schon ab dem kommenden Schuljahr mit der Fünfzügigkeit begonnen werden könne. Man habe sich mit der Schulleitung geeinigt, „keinen Bruch zumachen”, sondern behutsam auf die anvisierte Fünfzügigkeit hinzuarbeiten, erklärte Schulleiter Willi Schmitz. Die sechs Züge ab 2010 könne man „personell und finanziell stemmen”, betonte er. Der Ausschuss stimmte dem Begehren der Realschule einstimmig zu. Nun ist der Weg frei, wenn der Rat auf seiner nächsten Sitzung ebenfalls zustimmt.